„Wir alle brauchen jemanden, der uns Feedback liefert. Nur so können wir uns verbessern.“
(Bill Gates)

Während Feedback in unterschiedlichsten Lebensbereichen Standard zur Verbesserung von Arbeitsprozessen ist, hat das Thema spätestens seit der Veröffentlichung der Hattie-Studie auch im pädagogischen Bereich an Bedeutung gewonnen. Mit einer Effektstärke von d = 0,73 gilt Feedback als einer der wirksamsten Faktoren für die Optimierung von Lernprozessen. In der Realschule Enger haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, eine systematische Feedbackkultur in der Schule zu entwickeln, die sich stark an den Erkenntnissen von Visible Learning orientiert. Dabei werden unterschiedliche Formen von Unterrichtsfeedback entwickelt (Schülerfeedback, Lehrerfeedback und Kollegenfeedback), die in konkreten schulischen Konzepten münden.

Am 5. Juni 2018 stellte die Realschule Enger interessierten Kolleginnen und Kollegen aus dem Kreis der „Zukunftsschulen NRW“ sowie Frau Schury als Vertreterin des Schulministeriums das schulische Feedbackkonzept vor. Nach der Begrüßung und einem kurzen Überblick über die Inhalte und den Ablauf des Hospitationstags führte Frau Dr. Sabine Müller (Projektleiterin für den Arbeitsbereich Instrumente und Maßnahmen zur internen und externen Evaluation, QUA-LiS NRW) im anschließenden Keynote-Vortrag „Entwicklung  einer schulischen Feedback-Kultur“ in die Thematik ein. Neben der kurzen Darlegung theoretischer Grundlagen stellte sie verschiedene Verfahren und Instrumente vor, die für unterschiedliche Anlässe des Feedbacks eingesetzt werden können. Dabei machte sie deutlich, dass den Schulen in NRW zahlreiche effektive Feedbackinstrumente für ihre schulische Arbeit durch die QUA-LiS NRW zur Verfügung gestellt werden und abgerufen werden können.

Im Anschluss an den Vortrag präsentierten Schulleiter Joachim Blombach und seine Stellvertreterin Beatrix Diel das Konzept der Realschule Enger zur Entwicklung einer schulischen Feedbackkultur. Am Beispiel des Schülersprechtages (Lehrerfeedback), eines für alle Kolleginnen und Kollegen verbindlich einzuholenden Schülerfeedbacks sowie des Systems der Kollegialen Hospitation (Kollegiumsfeedback) wurden drei Kernaspekte von Unterrichtsfeedback vorgestellt. Neben dem „WAS“ ging es vor allem immer wieder auch um das „WIE“, nämlich um die Frage, wie unterschiedliche Formen von Feedback systematisch und nachhaltig in einer Schule implementiert werden können. Dies stellten sie anhand mehrerer konkreter Beispiele aus ihrer Schule vor. Dazu erläuterten Herr Blombach und Frau Diel die jeweils notwendigen Implementationsschritte, stellten entsprechende Instrumente vor, und erörterten und diskutierten ausführlich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor allem auch Fragen zu Gelingensbedingungen und möglichen Stolpersteinen.

Schließlich hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem gemeinsamen Mittagessen auch die Möglichkeit, im Computerraum der Schule unterschiedliche (vor allem auch digitale) FeedbackInstrumente wie EMU, Edkimo, FeedbackSchule, Sefu kennenzulernen und zu erproben.

PPT_Blombach-Diel_Entwicklung einer schulischen Feedbackkultur

Vortrag Feedbackkultur_ Dr. Müller_RS Enger

Joachim Blombach