Was Bildungsungerechtigkeit betrifft ist Deutschland bei den Industrienationen ganz vorne mit dabei. Weiterhin bestimmen vor allem der Status und das Einkommen der Eltern über den Bildungserfolg ihrer Kinder. Das führt dazu, dass in unserer Gesellschaft nicht die Intelligentesten und Kreativsten am erfolgreichsten sind. Sondern diejenigen, die verschiedenste Privilegien genießen, wie Zugang zu Geld, Kultur, Bildung und Informationen.

Geschichten wie meine eigene, die des Arbeiterkindes, das in Oxford studierte, werden deshalb immer wieder als besondere Erfolgsgeschichte aufgezeigt. Und das ist genau das Problem – es dürfte nicht besonders sein. Während die großen Stellschrauben zur Minimierung der Bildungsungerechtigkeit von der Politik getätigt werden müssen, gibt es etliche Möglichkeiten und konkrete Ideen, die im Schulumfeld sowohl auf Schüler*innen- als auch auf Lehrer*innenseite getan werden können, um Schüler*innen aus allen sozialen Bereichen maximales Entfaltungspotenzial zu ermöglichen. Die Inspiration durch Vorbilder in Personen oder durch historische Figuren, Sensibilisierung für unterschiedlichen Zugang zu Privilegien wie oben genannt, pro-aktive Aufklärung über Bildungsungerechtigkeit oder auch Mentor*innenprogramme sind einige konkrete Beispiele. Diese und weitere sollen in dieser Session diskutiert werden.

Referentin:

Kristina Lunz

Kristina Lunz ist die Mitbegründerin und Deutschlanddirektorin des Centre for Feminist Foreign Policy, ein Think- und Do Tank, der sich für einen feministischen Ansatz in Außen- und Sicherheitspolitik einsetzt. Sie ist ebenfalls Beraterin im Auswärtigen Amt; davor arbeitete sie bei den Vereinten Nationen in NYC und Myanmar. Kristina Lunz ging als Erste in ihrer Familie an die Uni und studierte Psychologie, internationale Politik und Diplomatie in Mainz, London und Oxford. Vor Kurzem wurde sie vom Forbes Magazin als „30 under 30“ ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Thema: https://ze.tt/vom-dorf-nach-oxford/

Kontakt: lunz.kristina@gmail.com