Von Anfang an gilt es, konsequent „am Kind“ zu bleiben, das heißt:

  • das Gespräch mit dem Kind selbst wie mit den Eltern zu suchen,
  • den Ursachen des Verweigerns auf die Spur zu kommen,
  • ein Unterrichtsangebot für dieses Kind zu entwickeln, das ihm Erfolgserlebnisse vermitteln kann,
  • soziale Bezüge innerhalb der Schule zu schaffen, die dem Kind den Schulbesuch erleichtern,
  • die mit dem Einzelfall verbundenen Fragen und Lösungsversuche in der Schule zu diskutieren.

Wichtige Grundlage ist eine regelmäßige „Fehlzeitenstatistik“ mit einer konsequenten Auswertung der Fehlzeitensituation des einzelnen Kindes und einer anschließenden systematischen Diskussion und der Entwicklung von Strategien zur Verringerung von Fehlzeiten. Mit der bewussten Wahrnehmung von Fehlzeitenentwicklungen sind frühzeitig Möglichkeiten des Eingreifens gegeben: Je eher mögliche Fehlentwicklungen eines Kindes erkannt werden, desto frühzeitiger können auch Gegenstrategien überlegt werden.

Wichtige Prävention ist ein interessanter und spannender Unterricht. Es ist Aufgabe jeder Lehrerin und jedes Lehrers, hier Zeit und Vorbereitung zu investieren. Für gefährdete Schülerinnen und Schüler macht es Sinn, besondere Unterrichtsangebote zu entwickeln.

Manchmal hilft auch ein Klassenwechsel, der nicht als Ordnungsmaßnahme oder gar Bestrafung des Kindes zu denken ist, sondern dem Kind Entlastung in einer psychischen Drucksituation ermöglicht. Es geht dabei neben dem Lernerfolg darum, die Jugendlichen beim Aufbau eines positiven Selbstwertgefühls zu unterstützen, sie in ihren psychosozialen Zusammenhängen zu stärken, Lernmotivation auf- und Defizite abzubauen.

Sollte sich die Situation des Kindes oder Jugendlichen so entwickelt haben, dass seine Verhaltenauffälligkeiten so umfassend sind, kann auch ein Schulwechsel ins Auge gefasst werden. Auch hierbei steht die Überlegung im Mittelpunkt, ob dieser Wechsel die Chance für einen Neuanfang bietet. Wichtige Unterstützung für Schulverweigerer bietet in manchen Fällen auch eine außerschulische Beschulung.