Gezielte individuelle Unterrichtsentwicklung wird als extrem fassettenreiches Vorhaben beschrieben, das an den verschiedensten Stellen auf strukturelle, organisatorische und psychologische Widerstände stößt. Das von Prof. Helmke (Schwerpunkt Bildungsforschung, Universität Landau) entwickelte Rahmenmodell (Denkmodell) zur Individuellen Förderung hilft die verschiedenen Aktivitäten zur Unterrichtsentwicklung einzuordnen, zu bündeln, in ihrem Bedingungsgefüge zu verstehen und weitere Entwicklungsnotwendigkeiten zu erfassen.

Diesem Rahmenmodell lassen sich zahlreiche u. a. in der Praxis der Unterrichtsentwicklung der Schulen der Initiativen der Individuellen Förderung entstandene Materialien, Konzepte und Verfahren der Individuellen Förderung zuordnen. Sie wurden wissenschaftlich begleitet zu Materialpaketen weiterentwickelt, die den Schulen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Ein Beispiel ist das von Prof. Helmke im Kontext des KMK Projekts "UDIKOM" entwickelte Verfahren evidenzbasierter Methoden der Unterrichtsdiagnostik und -entwicklung (EMU):

Hier beschreibt Prof. Helmke den Weg der Unterrichtsentwicklung von der Evaluation zur Innovation in Form eines Zyklusmodells in vier Schritten.

Ausgangspunkt: Das vorhandene Bild von Lernen und Unterricht, die mit objektivierenden Methoden ermittelte Situation (z. B. Leistungsstand), die Zielvorstellung

1. Schritt: Rezeption
Informationen zum Unterricht werden von (allen) Beteiligten rezipiert und mit den Zielen verglichen.

2. Schritt: Reflexion
Es wird nach Abhängigkeiten und Begründungszusammenhängen für die Beobachtungen im Unterricht gesucht.

3. Schritt: Aktion
Maßnahmen zur gezielten Veränderung von Unterricht werden eingeleitet.

4. Schritt: Evaluation
Der Erfolg der Maßnahmen wird überprüft.