Ursachen für Schulschwänzen: Schulbezogene Faktoren

Mangelnde Unterrichtsqualität

Unterricht, der die Schüler anspricht, interessiert und Methoden wechselt, wird gerne besucht. Wird überwiegend z. B. lehrerzentriert und/oder über die Köpfe der Kinder und Jugendlichen hinweg unterrichtet, wirkt Unterricht entmutigend oder einschläfernd und ist in hohem Maße störanfällig. Schülerinnen und Schüler „klinken sich aus“.

Schlechtes Klassenklima

Ein Hauptgrund für Schulabsentismus ist der nicht vorhandene, abgerissene oder nur geringfügige Kontakt zu Menschen aus dem Lebensumfeld Schule, insbesondere zu Lehrkräften oder Mitschülerinnen und Mitschülern. Entscheidend für Beziehungen im schulischen Kontext ist die Qualität und nicht die Quantität. Die Förderung eines guten Klassen- und Schulklimas ist ein wichtiger Schwerpunkt schulischer Arbeit.

Schulangst

Häufige Ursache für das Fernbleiben von der Schule – nicht selten mit Wissen oder Billigung der Erziehungsberechtigten – ist die Schulangst. Die Ursachen sind oft in der Schule oder auf dem Schulweg zu finden. Es können schlechte Leistungen, Prüfungsängste, Ängste vor Lehrern und Mitschülern oder Mobbing sein. Sie äußern sich unter Umständen in körperlichen Beschwerden, die überwiegend in der Schule in Erscheinung treten, und in der Regel ohne organischen Befund sind.

Schulphobie

Im Gegensatz zur Schulangst ist bei der Schulphobie der Grund für die Angst die Trennung vom Elternhaus. Beobachtete Zeitpunkte, zu denen eine solche Schulphobie auftritt, sind die Einschulung oder der Eintritt in die weiterführende Schule. Auch hier findet die daraus folgende Schulvermeidung nicht selten mit Wissen und Billigung der Eltern statt. Kinder und Jugendliche unterliegen starken Stimmungsschwankungen. Sie sind ängstlich und/oder depressiv. Körperliche Beschwerden werden zu Hause zwar schnell besser, das Wegbleibben aus der Schule ist jedoch eine zu "schnelle Lösung".

Daher wird bei vorliegender Schulphobie eine schulpädagogische Lösung erschwert. Eine ausführliche diagnostische Abklärung ist angezeigt. Eine stationäre Behandlung in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie in vielen Fällen empfehlenswert. Ein oftmals angefragter Hausunterricht ist hingegen kontraproduktiv und verstärkt die Schulphobie eher.

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