Der Prozess der gezielten Beobachtung - Grundlagen pädagogischer Diagnostik

Pädagogische Arbeit gelingt nur zusammen mit den am Erziehungs- und Bildungsprozess Beteiligten. In einer dialogischen Diagnostik und Beratung werden alle Beteiligten als Experten gesehen. Basis hierfür ist eine gemeinsame Verständigung über die Bedeutungsinhalte zentraler Begriffe wie ‚Lernen’ und ‚Begabung’. Dadurch wird die Grundlage für die gezielten Beobachtungen und die jeweils vom Beobachter wahrgenommenen Entwicklungen gebildet.

  • Eine pädagogische Diagnostik formuliert zunächst den Fokus der Diagnostik und beschreibt/benennt auf dieser Grundlage Erfolgsindikatoren.
  • Diese Indikatoren orientieren sich an Standards (z. B. Curricula, Entwicklungsalter und Kompetenzen etc.).
  • Anschließend werden geeignete Messinstrumente ausgewählt und eingesetzt.
  • Die gesammelten Daten werden analysiert, ausgewertet und interpretiert.
  • Auf dieser Grundlage wird ein gezieltes Feedback gegeben.
  • Neue Maßnahmen werden vereinbart.
  • Der pädagogische Diagnoseprozess und Förderkreislauf beginnt erneut.

Pädagogische Fachkräfte nutzen vielfältige Möglichkeiten sowohl durch eigene Beobachtungen als auch durch ergänzende Informationen der beteiligten Personen (z. B. der Eltern) eine Diagnostik aus pädagogischem Blickwinkel durchzuführen. Hierzu zählen quantitative, qualitative und kontextbezogene Methoden.

Gestützt auf pädagogische Beobachtungsdiagnostik und der Zusammenschau aller ermittelten, pädagogisch bedeutsamen Daten hat sich in der Erziehungs- und Bildungsberatung die Erstellung von individuellen (Begabungs-)Förderplänen bewährt.

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