Überlegungen zu einer altersstufengemäßen Formulierung von Lern- und Förderempfehlungen

Förderempfehlungen sind ein Ansatz, Schülerinnen und Schülern, die Schwierigkeiten im Erwerb von Wissen und bei der Ausformung von Kompetenzen in bestimmten Fächern haben, individuelle Hilfestellung bei der Aufarbeitung von Rückständen zu leisten. Dabei spielt die Diagnose der Schwierigkeiten eine ebenso entscheidende Rolle wie die gezielt auf den Lerntyp abgestellte Empfehlung.

Eine erfolgreiche Förderung setzt allerdings eine Bewusstseinsbildung bei allen beteiligten Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften voraus. Nur wenn alle zusammenwirken, können Haltungen erreicht werden, die Grundlage für erfolgreiches Arbeiten sind. Wesentliche Kriterien für eine wirksame Lern- und Förderempfehlung sind demnach reflektierte Formulierungen.

Das eigentlich schockierende an PISA war die Rückmeldung, dass es in Deutschland noch nicht zufriedenstellend gelingt, biografische Benachteiligungen von Schülerinnen und Schülern auszugleichen, sie darin zu unterstützen ihre Potenziale unabhängig von sozialer Herkunft und Nähe zur Bildung zu entfalten.

Diese Schwäche unseres Bildungssystems läßt sich weder durch Veränderungen des Schulsystems noch durch entsprechend aufgelegte Förderprogramme und -maßnahmen allein ausgleichen. Vertiefende Analysen der PISA-Studien zeigen, dass auch die Veränderung der Unterrichtspraxis wesentlicher Bestandteil eines Maßnahmenpakets sein muss.

Viele Schulen haben sich längst auf den Weg gemacht, diesen Prozess in Gang zu setzen. Im Vordergrund der Bemühungen stehen Lernarrangements und Interaktionsformen, die Schülerinnen und Schüler in ihren selbständigen Lernaktivitäten unterstützen und stärken. Lehrerinnen und Lehrer werden in diesem Kontext zu Impulsgebern, Lernbegleitern und Lernberatern. Individuelle Lern- und Förderempfehlungen sind ein wichtiger Schritt, selbständiges Lernen zu unterstützen und darüber der Unterrichtsentwicklung Impulse zu geben.

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