Ziele der Begabungsförderung

Folgende Ziele sind für die schulische Begabtenförderung leitend:

  • Erleichterung von Übergängen (weiterführende Schule, Berufseinstieg, Studium, Quereinsteiger, innerhalb der Sekundarstufe I und II von Klasse (Kurs) zu Klasse (Kurs) (parallel, nach unten/oben), 
  • Kennen lernen anderer Lehr-, Lern- und Arbeitsformen, 
  • Anwendbarkeit des Gelernten (Theorie-Praxis-Bezug),
  • Unterstützung der Bereitschaft zur Beschäftigung mit spezifischen Fachproblemen und Fragestellungen (sog. „Tiefenbohrungen"), 
  • Betonung der aktiven für das eigene Lernen verantwortlichen Rolle, 
  • Entwicklung von eigenständigen Problemlösungsstrategien, Forscherverhalten und -vorgehen,
  • Beschäftigung mit vom Lehrplan/Unterricht eher weniger üblichen Themen, Gegenständen eines Faches, 
  • Erfahrung eines Faches als sich weiterentwickelnde Wissenschaft durch gesellschaftliche, wirtschaftliche und andere Bedingungen,
  • Stärkung der Kooperation von Fachlehrern/Schulen und externen Partnern wie zum Beispiel Hochschulen.

Individuelle Förderung und Förderung besonderer Begabung gelingt nachhaltig nur dann, wenn die Lernentwicklung der Kinder und Jugendlichen durch Absprachen in der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus gewährleistet ist. Diese Erziehungspartnerschaft setzt gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen, Transparenz sowie eine Verständigung über Bildungs- und Erziehungsziele, Arbeitsweisen voraus. Auf der Basis gegenseitiger Information und gemeinsam entwickelter Förderpläne und Maßnahmen arbeiten Elternhaus, Kindergarten und Schule zusammen durch:

  • klare Absprachen, 
  • den Austausch über Beobachtungen zum Lern- und Arbeitsverhalten der Kinder, 
  • die Vereinbarungen über unterstützende Lern- und Förderangebote, 
  • Festlegung von Zeiträumen.

Ein Austausch und eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie stellt ein zentrales Element einer wirksamen Begabtenförderung dar. Anreichernde Angebote und Lerngelegenheiten unterstützen und fördern individuelles Lernen und Arbeiten.
Eine frühe Identifikation von besonderen Begabungen und Interessen sowie Hinweise auf Auffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen im Kleinkindalter sind wichtig für eine angemessene Förderung. Es besteht eine enge Beziehung zwischen kognitiven und emotionalen Bedingungen. Geförderte Kinder sind zufrieden und glücklich, was sich z. B. positiv auf das Sozialverhalten auswirkt.
Eltern haben Grund sich über die Begabungen ihrer Kinder zu freuen, können Begabungen ihrer Kinder am besten zulassen und fördern, wenn sie die Kinder selbstbestimmt spielen und sich beschäftigen lassen. Das ist möglich, wenn

  • Kinder Freiräume bekommen, in denen sie ihre Interessen und Begabungen finden und leben können, 
  • Kinder in ihren Ideen gestärkt werden und 
  • selbstbestimmtes Lernen ermöglicht und begleitet wird.

Ein häusliches Umfeld, das geprägt ist von Offenheit, Toleranz, Gelassenheit und Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes, hilft dem besonders begabten Kind seinen Weg leichter zu finden und stärkt es in seiner Persönlichkeitsentwicklung.

 

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