Bericht zum Vortrag: Dr. Marcus Eckert „Wenn Vorurteile unser Wohlbefinden stärken – oder: wie können wir mit Vorurteilen, Gruppenkonflikten, Intoleranz und Mobbing umgehen“

Mit seinem provokanten Titel „Wenn Vorurteile unser Wohlbefinden stärken“ stieg Herr Dr. Eckert in seinen Vortrag ein und erläuterte anschaulich und mit Seitenblick auf die Ergebnisse der gerade erfolgten Bundestagswahl, welchen Mehrwert es hat, auf andere Mitmenschen herabzuschauen.

In seiner lebhaften Art stellte er dar, dass sozialer Ausschluss dieselben Hirnregionen aktiviert, wie es körperliche Schmerzen tun. Im Gegenzug erläuterte er, wie durch Hormonausschüttung ein gutes Gefühl erzeugt wird, wenn man im Team gemeinsam ein Opfer fertig macht. Die Erfahrung der Machtlosigkeit führt in eine Abwärtsspirale von motivationalen Defiziten über emotionale Defizite zu somatischen Störungen (z.B. „höhere Wahrscheinlichkeit von Tumoren“.

Als Gegenmittel in der Schule empfahl er „ergreifende Teamerfahrungen“. Das beginnt mit der Formulierung von lohnenden Zielen und erlebter Offenheit für Lösungsvorschlägen, indem zum Beispiel ein Klassenrat nachhaltig eingerichtet wird. Es  können aber auch Klassenausflüge und – fahrten sein, die zu „gemeinsamen ehrfürchtigen Staunen“ führen. Wenn die Unterrichtsgestaltung gegenseitige positive Abhängigkeiten unterstützt, erfahren sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrpersonen eine positive Selbstwirksamkeit.

Die Erfahrung „Ich bin Mitgestalter von dem was mir widerfährt“ stärkt die emotionale Gesundheit, die man noch durch Achtsamkeitsübungen unterstützen kann.

Die Zuhörer wurden immer wieder ins Boot geholt durch anschauliche Beispiele auch aus dem Bereich Partnerschaft und Familie, die humorigen Zeichnungen in der Präsentation und der direkte Bezug zum schulischen Geschehen.

Zum Ende seines Vortrages stellte Dr. Eckert sein Fortbildungsangebot „SIS-Stark im Stress“ für Schüler*innen und Lehrer*innen vor und lud zur kostenlosen Trainingseinheit ein. Ein entsprechender Flyer mit dem Zugangscode konnten die Teilnehmer mitnehmen.

 

Workshop

Am Nachmittag bot Herr Dr. Eckert einen Workshop zum Thema an, indem er die Teilnehmer in Rollenspielen eigene Erfahrungen machen ließ. Viele Aspekte erinnern an Mediationsverfahren.

Auch in diesem Workshop zu später Zeit, in einem Raum der mit seinen engen Stuhlreihen nicht zu gemeinsamer Arbeit einlud, gelang es Herrn Eckert durch persönliche Ansprache die Zuhörer wachzuhalten. Mit seinem Appell „in Würde mit Sachzwängen umzugehen“ ging er auf die fehlenden Ressourcen ein und hatte die Lehrer*innen auf seiner Seite, die dies aus dem schulischen Bereich nicht anders kennen. Die Zuhörer wurden immer wieder involviert durch seinen Alltagsbezug. Er plädierte dafür, die genannten Methoden auch im heimischen Bereich mit Partner oder Kindern „in Fleisch und Blut übergehen“ zu lassen. Die Wertschätzung für Herrn Dr. Eckert, zeigte das Publikum durch seinen großen Applaus am Ende. Zahlreiche Nachfragen und Austausch von Kontaktdaten beschlossen die Veranstaltung.

Claudia Katthagen

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