Bericht zur Regionaltagung am 02.03.2017

Regionaltagung PlenumAm 02.03.2017 lud die Bezirksregierung Detmold zur dritten Regionaltagung des Netzwerkes Zukunftsschulen ein. Dieser Einladung folgten in diesem Jahr über 120 Vertreter(innen) jeglicher Schulformen. Schulleiter(innen), Netzwerkkoordinator(inn)en, Netzwerkbegleiter(innen) und Interessierte kamen zusammen, um Einblicke in die Arbeitsweisen bereits bestehender Netzwerke in OWL zu erhalten, einem Impulsreferat von Herrn Regenthal zu folgen und innerhalb einer Workshop-Phase der Frage nachzugehen, wie die individuelle Förderung nachhaltig gesichert und verankert werden kann.

Das Netzwerk Zukunftsschulen NRW bietet Schulen die Möglichkeit, sich (auch schulübergreifend) mit drei bis fünf Schulen zu einem Unternetzwerk zusammenzuschließen, um gemeinsam an einem selbstgewählten Themenschwerpunkt der individuellen Förderung zu arbeiten und diesen innerhalb der Schule zu installieren.

Hr. UhligGenau an der Schnittstelle dieses Prozesses setzte die diesjährige Tagung mit ihrem Themenschwerpunkt „Zukunftsschule – und wie weiter? Nachhaltigkeit von individueller Förderung sichern – Strategien und Qualitätssicherung” an. Nachdem die Anwesenden von Herrn Uhlich, Leiter der Abteilung Schule der BR Detmold, und Frau Pannek, Dezernentin für das Netzwerk Zukunftsschulen, begrüßt wurden, bestand die Möglichkeit, Einblicke in die aktuelle Netzwerkarbeit zu erhalten. Hierfür präsentierten sich die jeweiligen Netzwerke über zwei Etagen im Foyer sowie im ersten Stock. Die einzelnen Stände luden dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, konzipierte Arbeitsmaterialien einzusehen sowie Konzepte und Prozessabläufe nachzuempfinden. Zusätzlich wurde eine filmische Dokumentation zum Thema „Praxisbeispiele der Begabungsförderung” gezeigt.Fr. Pannek  Zudem verdeutlichte die bereits im Vorjahr präsentierte „Landkarte des Netzwerkes Zukunftsschulen OWL” neben dem Anstieg der Teilnehmerzahl auf mittlerweile 108 registrierte Schulen in insgesamt 23 Netzwerken (Stand Februar 2017), wo die einzelnen Zukunftsschulen verortet sind. In diesem Zusammenhang wurde den neu im Netzwerk arbeitenden Schulen das Zukunftsschulen-Schild ausgehändigt, welches die aktive Mitarbeit innerhalb des Netzwerkes Zukunftsschule signalisiert.

Nach dieser äußerst anregenden und informativen Austauschrunde folgte ein Impulsreferat des Referenten Herrn Regenthal (Leiter und Inhaber der Corporate Identity Akademie Braunschweig). Seine Arbeitsschwerpunkte als Management-Trainer und Schulberater umfassen ein breites Leistungsspektrum, das alle Maßnahmen und Aktivitäten einer Organisation im Rahmen der Corporate Identity sinnvoll aufeinander abstimmt. Seit über 35 Jahren führt er bereits konkrete Schulberatung und schulspezifische Veranstaltungen in allen Bundesländern und Schulformen durch.

Hr. RegenthalIn seinem Vortrag skizzierte er die notwendigen Schritte und Ziele, um die Sicherheit der Nachhaltigkeit von individueller Förderung und Persönlichkeitsentwicklung der Schüler zu gewährleisten. Sich innerhalb der Netzwerkarbeit über das „Warum” klarzuwerden, damit ein „Tun” erfolgen könne, stellte einen zentralen Aspekt dar. Dieser Prozess bedürfe selbstverständlich einer Veränderung, die zunächst auf den Prüfstand gestellt werden müsse, um nachhaltige Ergebnisse hervorzubringen, welche dann unter anderem Verbesserungen, Erfolge, Motivation, Nutzen, Stärkung und Perspektiven beinhalten. Für den sich anschließenden praktischen Workshop-Teil, der die „Konkrete Umsetzung und Organisation der Netzwerke - Perspektive und Ausblick für die Nachhaltigkeit der Netzwerkarbeit” beinhaltete, kristallisierten sich die drei Schwerpunkte „Prozess”, „Konzepte” und „Controlling” heraus.

Zunächst folgte jedoch erst eine Mittagspause, die genutzt werden konnte, um sich zu stärken und um weitere Gespräche an den einzelnen Ständen führen zu können sowie die Präsentationen einzusehen.

Arbeitsgruppe RegionaltagungIm Anschluss daran konnten sich alle Beteiligten hinsichtlich ihres individuellen Entwicklungsstandes / -bedarfs verschiedenen Teilgruppen zuordnen, um konkrete Ansätze zu erarbeiten. Die erste Gruppe beschäftigte sich mit der Schnittstelle zwischen der Umsetzungs- / Implementierungs-Phase sowie der Konsoliderungs- und Festigungsphase ihrer Förderkonzepte – dem gemeinschaftlichen Schulentwicklungsprozess. Entscheidend hierbei ist der Mehrwert für SuS sowie LuL. Jeder Prozess ist dabei die Grundlage für ein gutes Ergebnis, diesen jedoch zuinitialisieren, ist oftmals schwer. Ein dienliches Instrument kann hierbei die sog. ZUG Methode sein – „Zufriedenheiten”, „Unzufriedenheiten” und „Gestaltungsvorschläge” auszuloten, damit im weiteren Prozess eine Ordnung, Strukturierung und vor allem Priorisierung erfolgen kann.

Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit der Frage „Wie komme ich vom Schulprogramm zum Gesamtkonzept und weiterhin zum individuellen Förderkonzept?” Die Gruppe erarbeite den Leitsatz „Menschen stärken - Potentiale wahrnehmen und fördern!”, dem verschiedene Qualitätsmerkmale und Maßnahmen wie beispielsweise Übergänge, individuelles Lernen und Raum für besondere Begabungen zu Grunde liegen.

Ziel der letzten Teilgruppe war es, individuelle Förderansätze zu komplementieren. Unter dem Slogan „Wollen wollen” gilt es den Schüler(innen) und ihrem selbstverantwortlichen Lernen mehr Bedeutung zuzusprechen. Eine Möglichkeit ist es, eine sog. „Spinne” zu erstellen, mit Hilfe derer das Selbstcoaching-Konzept gestützt werden kann.

Herr Regenthal beendete den letzten Teil mit dem Satz „Schüler müssen die Chance erhalten, dies zu lernen – Zukunftsschule können nur so aussehen!” Mit diesen Worten in den Ohren und vielen Impulsen, wie die Weiterarbeit innerhalb des Netzwerkes aussehen kann und welche Schritte sich nun ganz konkret anschließen, um Nachhaltigkeit zu schaffen, endete die diesjährige Tagung.

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