Netze knüpfen – Fachunterricht sprachsensibel ausrichten

Die Frühjahrstagung zum Thema „Potenzial Sprache“ traf offenbar den Nerv vieler Schulen. Denn am Ende der Tagung äußerten viele Schulen den Wunsch,  die Sprache stärker in den Fokus ihrer Arbeit zu rücken, dementsprechend fand im Dezember im Schwerter „Haus Villigst“ eine „Netzbautagung“ als Folgeveranstaltung statt.
45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 28 Schulen von 6 Schulformen hatten sich zu dieser „Partnerbörse“ angemeldet.

 „Wir sehen die Probleme, wir sehen den Handlungsbedarf!“, so  brachte ein Teilnehmer der Netzbautagung die Ausgangslage auf den Punkt.

Diese Problemlage wurde in dem Impulsvortrag von Michaela Hünting noch einmal eindringlich dargestellt. Die Qualität des Fachunterrichts muss aus ihrer Sicht daran gemessen werden, ob Schülerinnen und Schüler den Inhalt überhaupt verstanden hätten, denn die Sprache sei das Medium, in dem sich das Lernen vollziehe. In der Schule sei das Beherrschen der Bildungssprache die entscheidende Kompetenz. Sie grenze sich von der Alltagssprache durch ihre Orientierung an den Regeln des schriftlichen Sprachgebrauchs ab. Das Erlernen von Bildungssprache sollte dementsprechend unbedingt mit dem fachlichen Lernen verbunden werden, da der bewusste Umgang mit der Bildungssprache immer wieder geübt werden müsse.

Nach diesem Vortrag informierte Harald Scherollo über Eckpfeiler gelungener Netzwerkarbeit.

Danach trafen sich die zunächst regional zugeordneten Schulen zum moderierten Gespräch, um so eine thematische Konkretisierung entsprechend der Wünsche und Bedarfe der einzelnen Schule vornehmen zu können.

In der sich anschließenden Phase unterstützten die Netzwerberaterinnen und –berater die am gleichen Thema Interessierten bei der Gründung eines Netzwerkes.

So schlossen sich im Verlauf der Tagung 24 Schulen in fünf neuen Netzwerken zu unterschiedlichsten Teilbereichen des Themas zusammen. In diesen Netzwerken werden in den kommenden Monaten verschiedene Schulformen gemeinsam Konzepte entwickeln, die helfen, das Potenzial Sprache bei den Schülerinnen und Schülern zu stärken.  Ziel der Netzwerkarbeit ist neben der Entwicklung von zukunftsfähigen Konzepten auch die gegenseitige Entlastung durch kooperatives Arbeiten an gemeinsamen Herausforderungen des schulischen Alltags.

Unterstützt werden sie dabei auf unterschiedlichen Ebenen, das machte Silke Hinz als neue Generalistin für den Bereich Individuelle Förderung gleich zu Beginn der Tagung deutlich:

Zum einen steht ihnen Ulrich Wiegand, der als Leiter des neu geschaffenen „Büros Individuelle Förderung“ unter anderem für die „Zukunftsschulen“ zuständig ist, als Ansprechpartner zur Verfügung.

Zum anderen unterstützen die von der Abteilung Lehrerfortbildung  unter der Regie von Dezernent Rainer Grüne-Rosenbohm ausgebildeten Netzwerkberaterinnen und -berater den Prozess der Netzwerkarbeit. Sie unterstützen Schulen vor Ort bei der Bildung neuer Netze und werden sie auch bei ihrer nun beginnenden Arbeit zu unterschiedlichsten Aspekten des sprachsensiblen Unterrichts begleiten.

Und schließlich steht den aktiven Netzwerken auch eine Entlastung von sechs Stunden zur Verfügung. Diese erhalten sie, nachdem sie durch das Unterzeichnen des Kooperationsvertrages ihre aktive Netzwerkarbeit verbindlich gestaltet haben. Dabei entscheidet die Dezernentin in Rücksprache mit dem Netzwerk, ob die Entlastungsstunden der Referenzschule allein zugutekommen sollen oder unter den beteiligten Schulen aufgeteilt werden.  

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