Das Drehtürmodell: Eine erfolgversprechende Säule der Begabungsförderung

Bericht vom Treffen des Netzwerks Begabungsförderung am 24.9.2015 im Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium

Das übergeordnete Thema dieses Netzwerktreffens war das "Drehtürmodell".  Das Drehtürmodell ist eine Organisationsform mit Hilfe derer begabte Schülerinnen und Schüler gefördert werden können. Sie wurde unter dem Namen "Revolving door Model" von Renzulli geprägt und in Deutschland bekannt. Die Idee dieses Modells ist, dass begabte Schülerinnen und Schüler den regulären Unterricht verlassen und parallel dazu an einem anderen Projekt arbeiten. Das kann eine individuelle Arbeit sein, aber z.B. auch eine weitere Fremdsprache. Wesentliche Gelingensvoraussetzungen sind die richtige Beratung und Auswahl eines Projektes im Voraus und im Prozess und organisatorische Maßnahmen wie die Klärung von Rollen, Zuständigkeiten etc. Sehr bereichernd für dieses Netzwerktreffen war der Besuch von Frau Dr. Silvia Greiten von der Universität Siegen, die eine ausführliche Studie zum Drehtürmodell und dessen Umsetzungen durchgeführt hat. Sie stellte erste Ergebnisse vor und trat mit den Teilnehmern in einen regen Austausch über weitere Aspekte. Diskutiert wurde z.B. die Frage, warum das Modell an Gesamtschulen so selten angewendet wird. Es fiel auch auf, dass das Drehtürmodell überwiegend im Zusammenhang mit dem Differenzierungsbereich genutzt wird. Das bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler zwei Fremdsprachen oder zwei Differenzierungskurse gleichzeitig belegen und jeweils nur an der Hälfte des regulären Unterrichts teilnehmen. In Münster wird das Drehtürmodell weit verbreitet im Forder-Förder-Projekt umgesetzt. Eine Fördermaßnahme, die von Prof. Dr. Fischer initiiert wurde und regelmäßig vom ICBF in Münster organisiert wird.

Eine wichtige Erkenntnis dieses Netzwerktreffens war, dass es sich bei dem Drehtürmodell um eine sehr effektive Form des Enrichments handelt, die vergleichsweise wenige Ressourcen zur Organisation und Umsetzung braucht. Viele teilnehmende Schulen nahmen sich vor, diese Idee weiter zu denken und an ihren Schulen nach kreativen Umsetzungsmöglichkeiten zu suchen.
von Dr. Carolin Gieseke

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