Referenzschulprofil des Westfalen-Kollegs Paderborn

Das Westfalen-Kolleg Paderborn ist als Weiterbildungskolleg eine Einrichtung des Zweiten Bildungsweges mit den Bildungsgängen Kolleg und Abendgymnasium.

Aufgrund der Heterogenität und der damit verbundenen unterschiedlichen Bedürfnisse der Studierenden (wie die jungen Erwachsenen im Rahmen der Weiterbildung genannt werden) bietet das Kolleg zur Zeit drei Lehrgänge an, die einen möglichst breiten Adressatenkreis ansprechen sollen: das vollzeitschulische Kolleg, das Abendgymnasium am Vormittag und „abitur online“, das freitags abends und samstags morgens in Präsenz und unter der Woche über Heimarbeitsphasen stattfindet.

Neben der Differenzierung durch die verschiedenen Bildungsangebote bedarf es eines weiteren besonderen Umgangs mit den vielfältigen und zum Teil äußerst unterschiedlichen (Bildungs-)Biographien der Studierenden.

Um ihnen insbesondere den Wiedereinstieg ins Schulleben zu erleichtern, werden bereits vor Schulbeginn Fragebögen an die Bewerberinnen und Bewerber verschickt, mit Hilfe derer Stärken, aber auch etwaige Problembereiche erfasst werden sollen. Mit jedem Studierenden wird auf Basis dieses Fragebogens – ebenfalls noch vor Unterrichtsbeginn – ein Beratungsgespräch geführt, um den Übergang zum Schulalltag so gut wie möglich gestalten zu können.

Zudem sollen Einführungstage, die im Klassenverband mit dem Klassenlehrertandem durchgeführt werden, direkt eine soziale Bindung zum Kolleg herstellen, die zu einer positiven und auch vertrauensvollen Arbeitsatmosphäre führen und somit die Abbrecherquote insbesondere im ersten Semester senken soll. Zur Unterstützung dieser Maßnahmen werden zur Semestermitte und zum Semesterende fest im Stundenplan verankerte Reflexionstage durchgeführt, die den Rahmen für individuelle Beratungsgespräche und Fördermaßnahmen bilden.

Im unterrichtlichen Kontext werden diese Fördermaßnahmen vor allem durch besondere Förderstunden in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik unterstützt. Hier erhalten Studierende, die in einem oder mehreren dieser Fächer Schwierigkeiten haben, eine individualisierte Hilfestellung, um Lücken, die beispielsweise aufgrund einer langen Schulabwesenheit entstanden sind, wieder schließen zu können.

Der Schwerpunkt der Netzwerkarbeit soll genau in diesem Kontext des Wiedereinstiegs von Studierenden bzw. der Einführungsphase liegen.

Dabei erscheint eine Überarbeitung des Lernberatungskonzepts, eventuell mit Schwerpunkten im Coaching o.ä., sinnvoll, um der besonderen Situation der jungen Erwachsenen Rechnung zu tragen und somit die Drop-Out-Quote zu verringern.

Das Netzwerk der Weiterbildungskollegs mit dem Weser-Kolleg Minden, dem Westfalenkolleg Bielefeld und dem Westfalen-Kolleg Paderborn als Referenzschule hat sich bereits mit diesen Themen und Fragestellungen auf den Weg gemacht, ist aber natürlich weiterhin am Austausch auch mit anderen Schulen interessiert.


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