Dr. Anna Südkamp: Diagnostische Fähigkeiten verbessern - Aber wie?

Die Psychologin Dr. Anna Südkamp beschäftigt sich seit Jahren mit der Verbesserung der Beurteilung von Schülerinnen und Schülern in heterogenen Lerngruppen durch die Lehrperson. In ihrem Vortrag "Diagnostische Fähigkeiten verbessern - Aber wie?" auf der Landestagung Zukunftsschule NRW gibt sie den Zuhörern eine praktische Möglichkeit zur Sichtbarmachung von Lernstrategien an die Hand. Sie stellt ein Software-Tool ihrer Forschungskollegin Dr. Inga Glogger von der Universität Freiburg vor, welches Lehrende dabei unterstürzen soll, die rein summative Diagnostik, wie Daten aus Klassenarbeiten, mündlichen Überprüfungen und informellen Test, zu ergänzen durch formative Diagnoseansätze zur Vorbereitung von Entscheidungen im Unterricht, die in der Situation oft spontan und unbewusst getroffen werden müssen.

Sie rückt dabei die Evaluation der Lernstrategien der Schülerinnen und Schüler in den Vordergrund. Die Lehrperson wird dabei unterstützt, den Unterricht stärker an die Voraussetzungen der Lernenden anzupassen, bessere Rückmeldungen an die Schülerinnen und Schüler zu geben und deren Fehlvorstellungen offen zu legen.

Bei der vorgestellten Methode stellen die Schülerinnen und Schüler ein Lerntagebuch oder Portfolio als Produkt ihrer Lerntätigkeit her. Mit dem vorgestellten Software-Tools kann nun die Lehrerin / der Lehrer die Ergebnisse erfassen und das Programm wirft für jeden Lernenden eine individuelle Rückmeldung aus. Dadurch werden Lernprozesse für die Schülerinnen und Schüler selbst sichtbar gemacht. Die Lehrerin /der Lehrer kann überprüfen, ob seine Erwartungen bestätigt oder widerlegt werden und gewinnt individuelle Eindrücke von den Lernstrategien der Schülerinnen und Schüler.

Direkt während des Vortrags konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer ihre Email-Adresse in einer Liste hinterlassen, um die Software von ihrer Entwicklerin, Frau Glogger, übermittelt zu bekommen. Alternativ kann man sich an glogger@psycholgie.uni-freiburg.de wenden um den Link übermittelt zu bekommen. In der anschließenden Fragerunde wurde geklärt, dass man die Software nach Rücksprache mit Frau Dr. Glogger auch im Kollegium weitergeben kann.

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