Bericht zur Regionaltagung am 4.2.2015 in Münster

Unter dem Motto „Möglichkeiten geben - Räume schaffen“ trafen sich am 4. Februar 2015 etwa 100 Vertreterinnen und Vertreter von über 40 Schulen aus dem Regierungsbezirk Münster im Freiherr-vom-Stein-Haus am Domplatz zur Regionaltagung von „Zukunftsschulen NRW“. Die Schulvertreterinnen und Schulvertreter, die von Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen, Förderschulen und Berufskollegs zusammengekommen waren, repräsentierten dabei die Vielfalt der Schullandschaft in der Region. Mit ihrer Teilnahme an der Tagung zeigten sie nicht nur ihr besonderes Engagement für die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern, sondern auch den Wunsch danach, mit Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen Erfahrungen austauschen, gemeinsam Konzepte entwickeln und zusammen aus der Praxis lernen zu können.

BegrüßungIn ihrer Eröffnungsansprache betonte die zuständige Dezernentin Frau Klee, dass das breite Interesse an der Veranstaltung erkennbar werden lasse, wie stark die individuelle Förderung in den Schulen des Regierungsbezirks verankert sei. Da sich in der bisherigen Arbeit von „Zukunftsschulen NRW“ in der Region gezeigt habe, dass Schulen in Sachen Netzwerkarbeit sehr unterschiedlich weit entwickelt seien, wolle man dieser Heterogenität durch ein binnendifferenziertes Tagungsangebot im Nachmittag entgegenkommen. In der Frage „Wie sage ich es meinen  KollegInnen?“ fasste der fachliche Berater Herr Kersting das inhaltliche Schwerpunktthema für den Vormittag, den Transfer von Netzwerkwissen in den schulischen Alltag, bündig zusammen. Als Referent zu diesem Thema konnte der Experte für Netzwerkarbeit und Lerncoaching, Herr Nicolaisen gewonnen werden.

ReferentHerr Nicolaisen erläuterte in seiner lebendigen und anschaulichen Präsentation die Bedingungen für den Erfolg von Netzwerkarbeit. Grundlegend sei, dass Netzwerkarbeit nicht nur als Arbeit auf der Sachebene aufzufassen sei, sondern hierzu der Dynamik von sozialer Interaktion und individueller Emotion in besonderer Weise Rechnung getragen werden müsse. An zahlreichen Fällen erläuterte Herr Nicolaisen exemplarisch und eindrücklich, wie sich in typischen Schulsituationen Spannungen zwischen Kolleginnen und Kollegen aufbauen, verstärken und verselbständigen und hierdurch Veränderungsprozesse hemmen, behindern und blockieren können. Als Lösungsansatz schlug er vor, der Psycho-Logik in sozialen Prozessen insgesamt mehr Beachtung zu schenken sowie mehr auf Strategien und Konzepte aus den Bereichen des ressourcenorientierten Coachings, der gewaltfreien Kommunikation und der Arbeit mit Metaphern und subjektiven Geschichten zurückzugreifen. In der Formulierung „Eine Sau durchs Dorf treiben“ werde etwa nicht nur Ablehnung und Distanz signalisiert, sondern es würden auch Bedürfnisse und Wünsche artikuliert, die man aufgreifen und konstruktiv nutzen könne.

Am Nachmittag trafen sich die bestehenden Netzwerke „Lerncoaching“ (Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen, Mariengymnasium Bocholt, Städtisches Gymnasium Borghorst), „Lernzeiten & Rhythmisierung“ (Thomas-Morus-Gymnasium Oelde, Euregio-Gesamtschule Rheine, Gesamtschule Münster-Mitte, Teamschule Drensteinfurt) und „Begabungsförderung“ (Annette-Gymnasium Münster, Ludgerus-Grundschule Hiltrup, Janusz-Korczak-Förderschule Ibbenbüren, Kopernikus-Gymnasium Rheine, ASGSG Marl, Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen, Städtisches Gymnasium Borghorst), um den Erfahrungsaustausch zu vertiefen und weitere gemeinsame Projekte zu konzipieren. Zudem konnten vier neue Netzwerke zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten gegründet werden: „Bruchlose Lernbiografien“ (u. a. Annettegymnasium Dülmen, Theodor-Heuss-Gymnasium Recklinghausen, Grundschule Marl-Sickingmühle), „Selbstbestimmtes Lernen“ (u. a. Gesamtschule Münster-Mitte, Gesamtschule Horst, Realschule Wolbeck), „Lernzeiten/Lernwerktstatt“ (u. a. Clemens-Brentano-Gymnasium Dülmen, Bischöfliches Gymnasium Johanneum Ostbevern) und „Binnendifferenzierung“ (Graf-Adolf-Gymnasium Tecklenburg, Regenbogengrundschule Steinfurt, Teutoburgerwaldschule Tecklenburg). Ergänzend wurden von Herrn Nicolaisen und fachlichen Beratern der Bezirksregierung  Workshops und Informationsangebote für Schulen vorbereitet, die sich zukünftig in Netzwerke mit einbringen oder weitere Netzwerke gründen wollen.

Zum Abschluss der Tagung dankten Frau Klee, Herr Kersting und Frau Rueken-Hennes als Vertreterin des Schulministeriums für das große Engagement und die produktive Zusammenarbeit insbesondere in den sieben Netzwerkgruppen. Die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigte sich in der Hoffnung bestätigt, dass von der Veranstaltung nachhaltige Impulse für die weitere Vernetzung von Schulen in der Region ausgehen werden.

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