Lernverlaufsdiagnostik

Diagnostische Informationen stellen eine wesentliche Grundlage für individuell angepasste Unterrichtsinhalte und -methoden dar. Der Ansatz der Lernverlaufsdiagnostik stellt dabei sowohl Informationen zum Leistungsniveau als auch Angaben über individuelle Lernverläufe zur Verfügung. Die eingesetzten Testverfahren orientieren sich eng an curricularen Inhalten. Dadurch geben die Schülerleistungen auch eine Rückmeldung darüber, ob wesentliche Unterrichtsziele realisiert werden konnten.  

Neben der Möglichkeit, Lernenden ein unmittelbares Feedback über ihren individuellen Leistungszuwachs zu geben, bietet der Ansatz der Lernverlaufsdiagnostik Lehrkräften ein Feedback sowohl über individuelle als auch über klassenbezogene Lernzuwächse. So können Lehrkräfte individuelle Fördermaßnahmen gezielt planen und die Passung von aktuellem Unterricht und die Annäherung an vorab definierte Lernziele überprüfen.  

Bislang wurden in der Arbeitseinheit des Instituts für Psychologie in Bildung und Erziehung (IPBE) Testreihen für Mathematik und Lesen in der Primarstufe entwickelt. Die Aufgabenreihen für den Mathematikunterricht erfassen mathematische Vorläuferkompetenzen und basale Rechenkompetenzen der jeweiligen Klassenstufe. Die Testreihen für den Deutschunterricht erfassen verschiedene Aspekte der Lesekompetenz. Um eine ökonomische Erfassung der Lernzuwächse im Regelunterricht zu gewährleisten, bearbeiten die Schülerinnen und Schüler die Tests am Computer (online). Die Ergebnisauswertung erfolgt automatisiert und steht den Lehrkräften unmittelbar nach der Testbearbeitung ebenfalls online zur Verfügung.

 

Schulte, E. & Souvignier, E. (2013). Der Lese-Sportler. Ein Programm für individuelle Leseförderung. Die Grundschulzeitschrift, 27 (7/2013), 58-61.

Souvignier, E. & Förster, N. (2011). Effekte prozessorientierter Diagnostik auf die Entwicklung der Lesekompetenz leseschwacher Viertklässler. Empirische Sonderpädagogik, 3, 243-255. 

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