I. Individuelle Förderung im Fachunterricht

Wir nennen uns gerne das „Unternehmen Zukunft“. Bei uns sind Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften gemeinsam unterwegs. „Fit für die Wirtschaft – fit fürs Leben“ ist die Leitlinie.“ Hierzu gehört für uns auch die Förderung der individuellen Lese- und Schreibkompetenz in einer digitalisierten Gesellschaft als Basis für eine erfolgreiche Zukunft im privaten Bereich, in der Schule und im Beruf.

Gemeinsam möchten wir uns mit interessierten Kolleginnen und Kollegen über Möglichkeiten und Grenzen der Arbeit mit dem ELDiB in allgemeinbildenden Schulen mit Inklusion austauschen. 

Stress und Leistungsdruck, Unübersichtlichkeit, wann was zu erledigen ist und falsche Einschätzung der eigenen Kenntnisse: es gibt viele Gründe – gerade während der Coronazeit – wieso Schülerinnen und Schüler Lernschwierigkeiten haben und in frustrierende Situationengeraten.

Ziel unserer Arbeit soll es sein, gemeinsam mit anderen Schulen, Lerncoaching als Beratungsform an der Schule zu etablieren. Dabei geht es uns sowohl um organisatorische Aspekte als auch um die Auseinandersetzung mit Beratungsformen und Gesprächsstrategien. Ebenso soll die Auseinandersetzung mit inhaltlichen Ursachen von Lernschwierigkeitenund individuelle Lernstrategien Inhalt der Netzwerkarbeit sein. Im Mittelpunkt hierbei steht der/die Lernende selbst, nicht der Lernstoff. Es soll darum gehen, sich damit auseinanderzusetzen, wie Strukturen (auch unter Berücksichtigung von Motivation und Emotion) trainiert und gefunden werden können, sodass auftretende Probleme des Lernens selbst gelöst werden können.

Wir haben zwei Lehrkräfte in der Coachingausbildung, die bereit sind, ihre Kenntnisse und Erfahrungen weiterzugeben und zu teilen. Wir freuen uns sowohl über Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Vorkenntnissen und Vorerfahrung als auch über solche, für die das Thema neu ist



In unserem Netzwerk erstellen Schülerinnen und Schüler gemeinsam Lernprodukte und entwickeln dabei Kompetenzen in einer durch Lernaufgaben und Lernplänen strukturierten Lernumgebung.

Die Coronapandemie und die Flut vom 14.07.2021 haben enormen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung sowie das Lern- und Arbeitsverhalten unserer Schülerinnen und Schüler genommen. Die Lernbiographien unserer Schülerinnen und Schüler entwickeln sich noch heterogener als je zuvor. Die Herausforderungen an uns Lehrerinnen und Lehrer wachsen.

Der Fokus des regionalen Netzwerks liegt darauf, Diagnoseinstrumente und Förderkonzepte auszutauschen, Ideen zur Lernmotivation und Unterstützung der psychosozialen Faktoren zu sammeln, ein stärkenorientiertes Feedback als Leitlinie zu etablieren und selbstständiges Arbeitsverhalten zu fördern. Wir wollen zudem weiterhin an Hospitationsmöglichkeiten zwischen den Netzwerkpartnern einmal pro Schuljahr festhalten.

Die Neuausrichtung zielt auf eine Optimierung doppelbesetzter Unterrichtssettings, um heterogene Schülergruppen individualisierter fördern zu können. Aufgrund der Heterogenität in den Klassen werden SchülerInnen in der Ausbildungsvorbereitung durch niveaudifferenziertes Unterrichtsmaterial individuell gefördert. Die Differenziertheit der Materialien ermöglicht ein schulweites Einsetzen bis in die höheren Berufsfachschulen bzw. beruflichen Gymnasien.

Wir passen unsere Netzwerkarbeit den aktuellen Themen unserer Schulen an: So haben wir gemeinsam die Einführung eines Daltonkonzepts begleitet und schlussfolgernd uns über schülermotivierende, projektorientierte Aufgaben in Dalton, bzw. Lernzeiten ausgetauscht. Die damit verbundenen Themen wie digitalen Unterrichtshilfen und Webtools, die authentische Lernsituationen unterstützen, flossen selbstverständlich in unsere Netzwerkarbeit hinein und wurden auf Nutzen und Mehrwert untersucht. In unserem letzten Jahr der Netzwerkarbeit werden wir uns möglicherweise über individuelle Beratungskonzepte in unseren Lern-, bzw. Daltonstunden für herausfordernde Schüler*innen (z.B. Wiederholer*innen, Schulverweiger*innen), austauschen, gemeinsam analysieren und ggf. weiterentwickeln.

Wir entwickeln eine jahrgangsübergreifende Konzeption zur individuellen Erarbeitung von systemischen und individuellen Interventionen, um mit störenden Verhaltensweisen konstruktiv umzugehen. 

In den Netzwerktreffen wurden durch Beispiele aus dem Unterricht, durch Literaturstudium und durch Umsetzen von Einzelbeispielen in der Praxis, eine zunehmende Sensibilisierung und Verständnis für das Thema "Sprachsensibler Unterricht“ erreicht. Ziel ist es, die Erfahrungen nun im eigenen Unterricht einzusetzen, zu verfeinern und auf möglichst viele Fächer auszuweiten.