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Warum vernetzen?

Lehrkräfte im AustauschDer professionellen Lerngemeinschaft liegt eine Sicht von schulischem Lehren und Lernen zugrunde, die

  • ­davon ausgeht, dass Unterrichten lebenslanges Lernen der Unterrichtenden bedingt,
  • betont, dass an jeder Schule ein immenser Fundus an Wissen und Können zur Verfügung steht, der ausgeschöpft werden sollte,
  • berücksichtigt, dass viele Anforderungen, denen sich Schulen und Lehrkräfte gegenüber sehen einen so starken lokalen und regionalen Bezug haben, dass man sich ihnen ohnehin am besten „vor Ort“ gemeinsam stellt und
  • davon überzeugt ist, dass Lehrkräfte im Diskurs mit ihren Kolleginnen und Kollegen tatsächlich für sich selber etwas Positives tun können (vgl. Huber, Popp: „Professionelle Lerngemeinschaften in Schule“ In: Schulverwaltung Spezial 3/ 2008, S. 33 f).

Netzwerkbildung hat Einfluss auf verschiedenen Ebenen im Bereich der Schule:

Auf der Ebene der Einzelschule können professionelle Lerngemeinschaften in besonderer Weise bewirken, dass der Aufteilung in Fachbereiche und dem meist sehr ausgeprägten Focus auf die Vermittlung von Fachwissen in einzelnen Disziplinen eine stärkere pädagogische Ausrichtung zur Seite gestellt wird. Dabei entsteht eine auf Unterricht bezogene Gesprächs- und Reflexionskultur unter den Experten für einzelne Wissensgebiete.

Schulübergreifende Netzwerke verbinden Schulen untereinander und ermöglichen ihnen durch diese Vernetzung eine hierarchiefreie Unterstützung in einer Situation größerer Gestaltungsautonomie.

Wie internationale Studien zeigen, zeitigen professionelle Lerngemeinschaften und damit Netzwerke auf der Ebene der Einzelschule bzw. zwischen Schulen folgende Effekte bzw. Vorteile:

Auf der Ebene des Kollegiums

  • eine Reduktion der Isolation von Lehrerinnen und Lehrern,
  • die gemeinsame Übernahme der Verantwortung für das Lernen, die Entwicklung und den Erfolg von Schülerinnen und Schülern,
  • neues Wissen sowie das Bewusstsein eine lehrende und lernende Gemeinschaft zu sein,
  • eine positive Wirkung auf die Bereitschaft zur Fortbildung,
  • eine größere Berufszufriedenheit und eine höhere Motivation an sinnvollen schulischen Veränderungen mitzuwirken.

 Auf der Ebene der Schülerinnen und Schüler

  • geringere Schulabgangsraten und weniger Absentismus,
  • größere Erfolge in Mathematik, anderen naturwissenschaftlichen Fächern und beim Lesen,
  • geringere Leistungsunterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern unterschiedlichen sozialen und familiären Hintergrunds,
  • innerschulische Ansätze der Unterrichtsentwicklung können beschleunigt und angereichert werde.

 Auf der Ebene der kooperierenden Schulen

  • in den Regionen werden Ressourcen für Entwicklungen zusammengeführt und Synergieeffekte genutzt,
  • von der Praxis anderer Schulen wird auf Augenhöhe gelernt und in professionellem Umgang miteinander ausgetauscht,
  • Entwicklungsarbeiten der einzelnen Schule werden entlastet.

Nordrhein-Westfalen kann in diesem Sinne auf gute Erfahrungen mit begleiteten Netzwerken in „Sinus“, „Sinus Transfer“, „Reformzeit“, „Schulen im Team“ und „Ganz In“ zurückblicken, die in der Gestaltung des Netzwerks „Zukunftsschulen NRW“ genutzt werden. Z. B. die zahlreichen Hinweise der wissenschaftlichen Begleitung der jeweiligen Netzwerke, nach denen

  • Schulen in ihrer Unterrichtsentwicklung,
  • Fachgruppen und Lehrkräfte in ihrer professionellen Weiterentwicklung und
  • Schülerinnen und Schüler in ihrer Leistungsentwicklung

 von der Netzwerkarbeit der Schule profitiert haben (vgl. hierzu auch Berkemeyer u. a. 2012 ).

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