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Schulmüdigkeit

 

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die der Schule fernbleiben, steigt in allen Schulformen. Von Schulangst, -unlust, -schwänzen, -verweigerung ist in diesem Zusammenhang die Rede. Die Gründe für Schulmüdigkeit sind vielfältig. Eine vereinfachte Gliederung unterscheidet nach schulischen und persönlichen Ursachen. Immer jedoch kann eine fehlende Passung von Bedingungen und Anforderungen, die zur unbewältigten Mehrfachbelastung bei Kindern und Jugendlichen führt, ausgemacht werden. Angeführt werden insbesondere drei Bereiche:

     
  • Lebenswelt (z.B. familiäre Probleme, Desorganisation des Alltags, Beziehungsprobleme, Bildungsdistanz, materielle Not)
  • Individuum (z.B. Wertemangel, Ablehnung von Pflichten, Isolation, Drogenkonsum, Milieuabhängigkeit, geringe Belastbarkeit durch Überbehütung)
  • Schulerfahrungen (z.B. Angst vor Misserfolg, schlechte Zensuren und Strafen, Sitzenbleiben, Nicht-beachtet-werden, Disziplinüberforderungen, Unterforderung, falsche Schulformwahl)
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Vor diesem Hintergrund ist Schulmüdigkeit und -verweigerung ein Hilferuf der Schülerinnen und Schüler. Ordnungsmaßnahmen, wie sie im Schulgesetz festgelegt sind, haben nur begrenzte Wirkungen. Wichtig sind pädagogische Maßnahmen zur Vorbeugung bzw. Rückführung in die Schule, z.B. über individuelle Förderung. Durch sie nutzt Schule die Chance, Orientierungspunkt und verlässlicher Partner für diese Schülerinnen und Schüler zu sein.

Um vom schulischen Scheitern bedrohte Jugendliche im schulischen Umfeld neu zum Lernen zu motivieren, sind besondere Fördermaßnahmen (inner- und außerschulisch) und ein Klima der Ermutigung notwendig. Im Rahmen der individuellen Förderung werden kontinuierliche Beratungsgespräche angeboten und Förderpläne, Kooperation mit außerschulischen Partnern, externe Lernorte, Zusammenarbeit mit Betrieben, Jugendhilfe, regionale Schulverbünde u.a. genutzt.

Zentrales Element ist die Entwicklung einer individuellen Passung, die die komplexen Ausgangsbedingungen dieser Jugendlichen erfasst.

 

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