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Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Differenzieren, Individualisieren, Ermutigen, Beraten, Begleiten

Lehrerin mit Schülerinnen und Schülern im Unterrichtsgespräch

Differenzierende Lernangebote folgen dem Ziel, Anschluss im Rahmen der Lerngruppe wieder herzustellen, fachliche Lerninhalte ergänzend zu festigen bzw. inhaltlich zu vertiefen oder auch Lernen gezielt anzureichern bzw. die Selbststeuerung im Lernen anzuregen und zu entwickeln.

Zur inneren Differenzierung fachlichen Lernens gibt es in der Schule, in einzelnen Fachgruppen oder Jahrgangsteams verbindliche Vereinbarungen und Methodenentscheidungen, wodurch nachhaltigen Lernen möglich wird. Die einzelne Lehrerin bzw. der einzelne Lehrer wird durch Konzepte und Fördermaßnahmen unterstützt, die bei typischen Verstehensschwierigkeiten im fachlichen Lernen weiter helfen und dazu beitragen, besondere Begabungen herauszufordern.

Die gezielte Förderung individueller Lernprozesse und die Wahrnehmung der einzelnen Schülerpersönlichkeit fordern von der Lehrperson besondere Zeit und Aufmerksamkeit, für die im Alltagsunterricht auch Raum geschaffen werden muss. Während sich die Lehrperson mit einzelnen Gruppen und auch einzelnen Lernenden beschäftigt, müssen die übrigen Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, relativ selbstständig mit Unterrichtsmaterialien zu lernen.

Dazu gehört bei dem einzelnen Lernenden eine Reihe von Kompetenzen, die im Laufe der Schulzeit systematisch aufgebaut werden müssen. Die vielfältigen Lernmaterialien müssen dem Unterrichtenden jederzeit ohne größeren organisatorischen Aufwand zur Verfügung stehen. Zum passgenauen Einsatz müssen ihm die individualisierenden didaktischen Möglichkeiten der Lernmaterialien vertraut sein.

Schulen haben unterschiedliche Lösungen gefunden (gemeinsame Entwicklung von Materialpools, Lehrerraumprinzip, 60-Minutenstunden, etc.).

Für Maßnahmen äußerer Differenzierung muss es einen geeigneten Organisationsrahmen geben, der es gestattet,  Fördermaßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen ökonomisch und koordiniert anzubieten. Neben der Realisierung von Lernstudios, Selbstlernzentren oder Drehtürmodellen sind so auch parallel durchgeführte Formen leistungsdifferenzierender Förderung (Forder- und Förderkurse) möglich. Möglich ist auch die Einrichtung tutoriell betreuter Förderangebote.

Als Ergänzung und Weiterentwicklung alltäglicher und institutionalisierter Formen der Lernbegleitung und Beratung, wie Rückmeldungen zum Lernen und Leisten im Unterricht, Sprechtagen und Schülersprechstunden werden Förderempfehlungen (Empfehlungen zur Lernentwicklung) und weitere Maßnahmen zur Rückmeldung zum Lernen und Leisten im Fach so gestaltet, dass sie die Schülerperspektiven mit einbeziehen und am Können der Schüler orientiert motivierend nächste Lernschritte aufzeigen.

Merkmale gelingender individueller Förderung 

Zur Systematik der Individuellen Förderung gehören

  • geeignete, diagnostisch fundierte Förderung,
  • Beratung,
  • Dokumentation von Lernentwicklung und Förderung,
  • Überprüfung von Wirkungen

Darüberhinaus zählen zur einer geeigneten Förderung Merkmale wie:

  • die gezielte Anpassung der Unterrichtsplanung und -gestaltung an die diagnostizierten Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler (Schwierigkeit der Anforderungen, Anschluss an individuelle Kenntnisse, Interessen, Präferenzen, Einbezug der kulturellen, sprachlichen und ethnischen Identität der Schülerinnen und Schüler)
  • im Unterrichtsverlauf das Erfassen von Lernständen und -hindernissen und entsprechende individualisierte Fragen, Anregungen, Arbeitsaufträge („Mikro-adaptives" Handeln in konkreten Lehr-Lern-Situationen)
  • die Kompetenz- und Standardorientierung mit entsprechender Aufgabenkultur
  • eine Feedbackkultur
  • Schülerzentrierung unter Nutzung dafür geeigneter Werkzeuge, z. B. Portfolio, Lernwegberatung, individueller Lernplan, Lernhilfe, Zielvereinbarung, Wochenplan, Gruppenbildung, zieldifferentes und themengleiches Vorgehen, zielgleiches und themendifferentes Vorgehen, Lernarrangements wie Stationenlernen, Frei- und Projektarbeit, etc.
  • vorgesehene interne Evaluation der Umsetzung und des Erfolges von Maßnahmen individueller Förderung, unter besonderer Berücksichtigung der Schülerperspektive

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