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Problematische Schulkarrieren und Strategien frühzeitiger Prävention

Befragungen von Jugendlichen (Deutsches Jugendinstitut), die trotz Schulpflicht über längere Zeiträume die Schule nicht besucht hatten, ergaben folgende von den Jugendlichen genannten Auslöser für ihre Abkehr von der Schule:

  • 59 % Probleme mit Lehrkräften
  • 31 % schlechte Leistungen
  • 30 % andere schulische Probleme
  • 29 % Probleme mit Mitschülerinnen und –schülern
  • 19 % Krankheit.

Insgesamt führten lange Fehlzeiten neben aggressivem und destruktivem Verhalten im Unterricht häufig zu einer Isolierung in der Klasse, die eine Reintegration in die Schule zunehmend schwierig macht: Je länger die Schülerin oder der Schüler gefehlt hat, desto schwerer fiel es, wieder dorthin zurückzukehren und sich einzupassen.

Ausgangsbasis für Strategien der frühen Prävention ist die Beobachtung, dass die Abkehr von der Schule häufig beim Wechsel von der Grundschule in die weiterführenden Schulen einsetzt.
In der frühen Prävention werden Methoden und Kompetenzen der sozialen Arbeit genutzt, um „gefährdete“ Kinder zu erkennen und zu fördern oder Klassen und Schulen bezüglich der Risiken von Schulmüdigkeit zu sensibilisieren und zu stärken.

Im Rahmen präventiver Maßnahmen werden durch Verfahren der Früherkennung Kinder identifiziert, die einer zusätzlichen Förderung bedürfen.

Weitere Strategiebausteine sind

  • eine verstärkte Kommunikation der Lehrkräfte untereinander, 
  • die Einführung fester Gesprächskreise in der Klasse 
  • die Öffnung der Klasse zum Sozialraum,
  • aufsuchende und aktivierende Verfahren der Elternarbeit,
  • das Einbeziehen sozialpädagogischer Fachkräfte.

Dabei werden der Austausch und die Kooperation auf allen Ebenen zu Schlüsselkonzepten – sowohl im Kollegium als auch zwischen abgebender und aufnehmender Schule sowie mit Erziehungsberechtigten und anderen relevanten Personen.

Literaturhinweis: nach Maria Schreiber-Kittl / Haike Schröpfer, Abgeschrieben? – Ergebnisse einer empirischen Untersuchung über Schulverweigerer, DJI-Verlag, München 2002

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