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Förderung schulmüder Schülerinnen und Schüler durch Berufsförderlehrgänge

Förderung schulmüder Schülerinnen und Schüler

Die folgenden Ausführungen sollen einen Überblick ermöglichen, welche unterschiedlichen Fördermaßnahmen für schulmüde Jugendliche zur Verfügung stehen. Zu unterscheiden sind Projekte, die innerhalb der Schule beziehungsweise an Schulen angeboten werden (z. B. BUS), und Projekte, die an außerschulischen Einrichtungen durchgeführt werden. Diese Unterscheidung ist wichtig, da für den Besuch einer außerschulischen Einrichtung während der Vollzeitschulpflicht eine Ausnahme von § 6a Abs. 1 Schulpflichtgesetz (SchpflG) erforderlich ist. Danach kann das für die Schule zuständige Ministerium in Ausnahmefällen zulassen, dass ein Schulpflichtiger im zehnten Jahr seiner Vollzeitschulpflicht einen Unterricht in einer schulischen! oder außerschulischen Einrichtung besucht, in der der Schüler, die Schülerin durch besondere Fördermaßnahmen seine Allgemeinbildung erweitern kann und auf die Aufnahme einer Berufsausbildung vorbereitet wird. Für diejenigen Förderschulen, an denen die Vollzeitschulpflicht elf Schuljahre dauert, gilt dies für das elfte Pflichtschuljahr entsprechend.

Berufsförderlehrgänge

Die vom Ministerium für Arbeit und Soziales, Qualifikation und Technologie (MASQT) geförderten Berufsförderlehrgänge für schulmüde Jugendliche im zehnten Pflichtschuljahr wurden inzwischen neu strukturiert und werden nun unter der Bezeichnung „Betrieb und Träger" (BUT) geführt. Zielgruppe der einjährigen Maßnahmen sind schulpflichtige lernschwache und sozial benachteiligte Jugendliche, die am Ende der Pflichtschulzeit voraussichtlich den Hauptschulabschluss nicht schaffen werden.

In den Maßnahmen, die als Ersatz des zehnten Pflichtschuljahres dienen, sollen die Jugendlichen durch die Verbindung von betrieblicher Praxis und außerschulischem Lernen in altershomogenen Gruppen neu motiviert und gestärkt werden. Das betriebliche Praktikum ist zentraler Bestandteil der berufsvorbereitenden Maßnahme und soll den Jugendlichen einen Einblick in die reale Arbeitswelt vermitteln, um ihnen einen möglichst nahtlosen Übergang in Ausbildung und Beschäftigung zu ermöglichen.

Die Maßnahmen bestehen aus einer individuellen berufsbezogenen fachtheoretischen Unterweisung in den Unterrichtsräumen des Trägers, einer berufsbezogenen fachpraktischen Unterweisung in den Werkstätten des Trägers sowie aus betrieblichen Praktika, die an zwei Tagen pro Woche abgeleistet werden sollen. Der Anteil betrieblicher Praktika am Lehrgang wurde erhöht. Er soll mindestens 40 Prozent betragen. Die Maßnahmen sollen außerdem während der gesamten Dauer ein pädagogisches Begleitprogramm enthalten.

Die Jugendlichen werden in den Berufsförderlehrgängen auf einen späteren Beruf vorbereitet. Je nach Träger können dies Berufe der Holztechnik, Metalltechnik, Elektrotechnik, Raumgestaltung, Bautechnik, Textiltechnik, Hauswirtschaft oder Agrartechnik sein.

Rund ein Viertel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen bisher im Anschluss in eine berufliche Ausbildung oder Beschäftigung, weitere 16 Prozent besuchen eine weiterführende Schule. Mit der praxisorientierten Neustrukturierung des Programms sollen insbesondere die Übergangsquoten in Ausbildung und Beschäftigung erhöht werden.
Weitere Auskünfte zu BUT können beim Referat 412 „Berufliche Ausbildung" des MASQT eingeholt werden. Die Anschrift lautet: Horionplatz 1, 40213 Düsseldorf, Tel.: 0211 8618 - 50. Ansprechpartnerin ist Frau Bollmann, Tel. 0211 8618-4568

(vgl. Schulverwaltung Nordrhein-Westfalen, Heft1 Seite 15 f)

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