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Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Erstellen von individuellen Förderplänen

Begabungsförderung ist individuelle Förderung, die in NRW im Rahmen einer Individualisierung von Bildungsgängen ihren Platz hat. Individuelle Förderung wird durch Förderplanung, d.h. einem jeweiligen Förderplan, der den Prozess des individuellen Lernens begleitet, dokumentiert.

Bei der Erstellung des Förderplans steht neben dem, was gelernt werden soll, vor allem im Mittelpunkt, was ein/e Schüler/in für das Lernen benötigt. Anhand dieser Ziele werden konkrete realisierbare Handlungsideen abgeleitet.

 

Ziele gehen von der aktuellen Lernausgangslage, den individuellen Fähigkeiten (Stärken), Lernschwierigkeiten und den Bedingungen für Unterstützungsangebote durch alle Beteiligten (Schule, Eltern u.a.) aus. Dies ist die Basis für die wahrnehmbare Ermutigung des Schülers, der Schülerin zum zielorientierten Versuchen der „kleinen Schritte“ (= Handlungen).

Voraussetzungen für konkrete Förderpläne sind Recherchen bei allen Beteiligten (Schüler/in, Eltern, Schule (Fachkollegen), Freunde, evt. Psychologen u.a.). Die Selbsteinschätzung der Schüler/innen ist dabei für den Erfolg der Förderung besonders wichtig. Individuelle Förderpläne nehmen daher Inhalte, Lern- und Arbeitsstrategien, Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen in den Blick.

Schulen haben eigene Raster für Förderpläne erstellt, in denen die nachfolgenden Schwerpunkte der Recherchen in einem schnellen Zugriff erfasst werden können:

  • Stärken, Interessen (Fähigkeiten, Begabungen), Leistungen in den Fächern und in weiteren (auch außerschulischen) Bereichen
  • Lern- und Arbeitsstrategien (Methodenkenntnisse, ergebnisorientiertes Arbeiten u.a.)
  • Verhaltens- und Entwicklungsbeobachtungen (kognitiv, affektiv, sozial, sprachlich, motorisch)
  • Physische und psychische Konstitution (Gesundheit, Persönlichkeitsmerkmale, Gefühle u.a.)
  • Selbstbild (Selbsteinschätzung des Kindes/Jugendlichen, Unterschiede zu o.a. Bereichen der Fremdeinschätzung, Kenntnis der Fremdbilder)
  • Individuelle (Förder)-Wünsche
  • persönlicher Lernbegleiter

Durchführungsleitfaden für das Erstellen eines individuellen Förderplanes

  • Bestandsaufnahme (= Problembeschreibung anhand der Recherchen)
  • Dokumentation von Konsens und Dissens (= Reaktionen auf das Problemverhalten, evt. bisheriger Umgang mit dem Problem)
  • Klärung der (Förder)-Bedingungen ( Möglichkeiten, Grenzen, Ressourcen bei Schüler/in, Eltern, Schule, u.a.)
  • Festlegen eines vorrangigen Veränderungsbereiches (Prioritätensetzung der möglichen Förderziele) und Entwickeln von möglichen Lösungsideen, Förderstrategien, Handlungsschritten, Unterstützungsangeboten aller Beteiligten
  • Zielformulierung und verbindlicher schriftlicher Plan für die Durchführung mit „Zwischensicherungen“ (Rückmeldungen u.a.); Festlegung von wenigen, aber konkreten Maßnahmen und Projekten
  • Festlegen eines verbindlichen Zeitraumes für die Zielerreichung (= Überprüfung der Wirksamkeit) und ggf. Fortschreibung

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