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Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Beobachtungsformulare

Kriterien und Zielrichtungen für Beobachtungen

Beobachtungshilfen, die in Fragebögen und Checklisten aufgeführt werden, sind immer an Kriterien ausgerichtet. Diese Kriterien beziehen sich auf allgemeine Entwicklungszusammenhänge (z.B. Verhalten), Arbeitsverfahren (z.B. Fähigkeiten zum Handeln), inhaltliche Qualifikationen u.a. zielgerichtete Vereinbarungen und Absprachen. Sie werden in der Charakterisierung von Leistung und Potenzial von Schülerinnen und Schülern berücksichtigt und sind Grundlage für die konkrete Formulierung. Fragebögen dienen der direkten Befragung und geben Einschätzungen wieder (Selbst- und Fremdeinschätzung). Die Ergebnisse einer Auswertung sind Einschätzungen, mit deren Hilfe eine Denk- bzw. Zielrichtung aufgezeigt werden kann. Sie können z.B. Hinweise zur weiteren Gestaltung von Förderangeboten geben.

Für Checklisten gilt vor allem der Hinweis, dass die zusammengestellten Beobachtungshilfen nie im Hinblick auf „Abhakbarkeit“ und Vollständigkeit verstanden werden können, da sie kein „stimmiges Ergebnis“ anbieten, sondern als Einschätzungen Hinweise für Denkmöglichkeiten geben.

Grundsätzlich gilt für den Umgang mit Beobachtungshilfen und deren Auswertung (d.h. Einschätzungsergebnis) das folgende kriterienorientierte Verfahren:

  • Genaues Beschreiben des beobachteten Verhaltens (ohne Wertung, ohne emotionale Kommentierung).
  • Ein klar festgelegtes Beobachtungsfeld und ein daraus entnommener Aspekt, der während eines abgesprochenen bestimmten Zeitraumes in einer bestimmten Situation beobachtet wird.
  • Zusammentragen und Austausch über beobachtete Einschätzungen.
  • Herausfiltern eines Einschätzungsergebnisses als Tendenz für die Weiterarbeit.

In der Regel umfassen Fragebögen und Checklisten insbesondere die Bereiche:

  • Gefühle, Vorlieben, Interessen, Abneigungen, Meinungen,
  • Verhalten, Arbeitsstrategien, Ausdauer, Durchhaltevermögen, Ergebnisorientierung, Handlungsfähigkeit,
  • psychosomatische Symptome, (körperliche Beschwerden ohne feststellbare - organische - Krankheitsbefunde),
  • Intelligenz (sprachlich, mathematisch-naturwissenschaftlich, emotionale, persönliche Beobachtungs- und Wahrnehmungsfähigkeit),
  • Soziale Anpassungsfähigkeit, Führungskompetenz
  • Sensibilität. Gerechtigkeitssinn u.a..

 

Ist als Ziel das Erkennen von Begabungen verbunden mit Informationssuche für Begabungsförderung gewünscht, dann ist es sinnvoll Beobachtungsfelder in den Blick zu nehmen, die relevante Informationen anbieten können. Beobachtungsfelder (z.B. für Eltern, Lehrer/innen) ergeben sich aus Entwicklungszusammenhängen des Kindes (Persönlichkeits-, Sozialentwicklung, Lern- und Handlungskompetenz). Dabei geht es immer um die persönliche Stabilität und Belastbarkeit eines Kindes, um die Mündigkeit und Entscheidungsfähigkeit (eigenständiges Denken in sozialen Handlungszusammenhängen) und um Kompetenzerwerb (z.B. Fähigkeit zum (lebenslangen) Lernen).

Zu beobachten sind dann z.B. sog. Schlüsselqualifikationen auf:

  • intellektueller Ebene: Spontaneität, Flexibilität, Mobilität, Kreativität, Problemlösefähigkeit,
  • sozialer Ebene: Teamfähigkeit, d.h. mit anderen spielen und arbeiten können, Fähigkeit zur Rücksichtsnahme und zu Durchhaltevermögen,
  • persönlicher Ebene; Frustationstoleranz und Aushalten von unterschiedlichen Wahrnehmungen, Meinungen und Handlungen des Umfeldes (= Mehrdeutigkeit von Wirklichkeit), emotionale Stabilität (z.B. Bewältigung von Stresssituationen), Kompetenzen (z.B. vorhandene Arbeits- und Lernstrategien).

Beispiele für konkret beobachtbare Verhaltensbereiche können die nachfolgenden Stichworte exemplarisch aufzeigen. Besonders Begabte

  • sind voller Tatendrang und haben häufig ein geringes Schlafbedürfnis,
  • lernen schnell und aus eigenem Antrieb,
  • verfügen über einen umfangreichen Wortschatz,
  • können genau beobachten und Schlüsse ziehen,
  • eignen sich Wissen selbständig an,
  • denken eigenständig („um die Ecke herum“),
  • haben originelle Ideen,
  • nehmen sensibel Unterschiedlichkeiten wahr,
  • Beschäftigen sich intensiv mit dem Sinn von Leben.

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