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Leistungsversagen: Ursachen und Folgen

Lernschwierigkeiten und Leistungsabfall 

Wenn Schülerinnen mit Lernschwierigkeiten bzw. Leistungsschwächen das Lernen verweigern, ist ein weiterer Leistungsabfall vorprogrammiert. Selbst wenn sie innerhalb kürzerer Zeit zum Lernen zurückkehren, brauchen sie dringend kurz- bis mittelfristige Unterstützung und Förderung insbesondere auch in der Schule.

Fehlende Einbindung

Wenn Kinder oder Jugendliche nicht in ihrer Lerngruppe integriert sind und/oder keine bzw. nur geringfügige Beziehungen innerhalb der Schule zu den Lehrkräften und Mitschülern haben, sind sie extrem gefährdet, innerlich und äußerlich aus dem System Schule auszusteigen. Sie brauchen dringend Hilfe und Unterstützung durch entsprechende Beziehungsangebote. Dies könnte über Patensysteme u. a. geschehen.

Verminderung schulischer Lern- und Lebenserfahrungen

Werden die positiven Erfahrungen am Lebens- und Lernort Schule geringer bzw. lernen Schülerinnen und Schüler an außerschulischen Orten mit Gleichgesinnten Verhaltensweisen, die nicht sozialverträglich sind, so findet dissoziales Verhalten leicht Eingang in die schulischen Lernbezüge. Findet die Sozialisation sogar weitestgehend außerhalb der Schule statt, werden nicht selten Trainingsräume geschaffen, die den Einstieg in deliquente Handlungen und Suchtmittelmissbrauch ermöglichen bzw. erleichtern. Zu den Lernschwierigkeiten kommen dann noch Lebensprobleme hinzu.

Auswirkungen auf den Ausbildungs- bzw. Berufseinstieg

Schulabbruch, Nichterreichen eines gewählten Bildungsweges oder zu geringe Qualifizierung bedeuten für junge Menschen bei der Ausbildungs- und Beschäftigungssuche deutlich reduzierte Chancen sowie ein hohes Maß an Unsicherheit, eine geeignete Tätigkeit zu finden. Jugendlichen, denen der gewünschte Ausbildungsberuf verschlossen bleibt, müssen in andere, d. h.  in ihren Augen minderwertigere Bereiche ausweichen. Die Alternative dazu ist häufig das Verharreb in einer „Null-Bock-Spirale“.

Möglicher Einstieg in Delinquenz

Um der drohenden Konfrontation mit Lehrkräften und Erziehungsberechtigten wegen vorhandener Leistungsschwächen zu entgehen, ist die Gefahr der Urkundenfälschung groß im Bereich von Entschuldigungen, Leistungsnachweisen und Zeugnissen. Ist der Schüler, die Schülerin schon strafmündig, kann dies juristisch geahndet werden.

Auch häufiges Lügen gehört zum Verhaltensrepertoire unmotivierter Jugendlicher.

In den Einstiegsbereich der Kriminalität begeben sich die Jugendlichen auch, wenn physische und psychische Gewalt angewandt wird: Durch Sachbeschädigung, Körperverletzung oder  Mobbing versuchen sie, Frustration und Aggression abzubauen und Erfolgserlebnisse zu bekommen.

Bei Jugendlichen, die der Schule mehr und mehr fernbleiben, ist ein Anstieg von Eigentumsdelikten festzustellen, nicht selten bedingt durch Langeweile, Cliquenbildung oder den Wunsch nach Selbstbeweis. Dabei nehmen in der Regel die Quantität und die Qualität der Diebstähle zu und Wiederholung wird Gewohnheit.

Soziale Ausgrenzung

Bei regelmäßigem Schulschwänzen droht soziale Ausgrenzung bzw. findet diese bereits statt. Die Kinder und Jugendlichen schließen sich oft Randgruppen an, deren sozialunverträgliches Verhalten ihnen als Modell dient.

Missbrauch von Suchtmitteln

Wenn Schüler der Schule fernbleiben, haben sie vielfältige Möglichkeiten, in von Erwachsenen nicht kontrollierten Räumen mit Drogen in Kontakt zu kommen, und zwar sowohl mit so genannten „legalen“ Drogen wie Nikotin, Medikamenten, Alkohol (die aber nach dem Jugendschutzgesetz für die meisten Schülerinnen und Schüler in ihrem Alter auch illegal sind!), als auch mit illegalen Drogen.

Insbesondere die illegalen Drogen sind in der Regel der Einstieg zum kriminellen Umfeld einher.

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