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Bericht zum Vortrag von Marcus Eckert: „Gesunde Selbststeuerung: Emotionsregulation und Aufschieberitits"

Marcus Eckert war selbst von 2003 bis 2010 Lehrer und weiß daher, welche Belastungen auf Lehrerinnen und Lehrer, aber auch auf Schülerinnen und Schüler in ihrem Alltag zukommen. Nach seiner Promotion in der Fachrichtung Psychologie konzentriert er sich nun auf Emotions- und Stressregulation, Selbstregulation und Prokrastination (Aufschieberitits).

Der präfrontale Cortex spielt bei all diesen Themen eine große Rolle. In diesem Teil des Gehirns werden bewusste Entscheidungen getroffen. Eckert erklärt, dass bewusste Entscheidungen uns helfen können, Stress zu regulieren. Dabei ist es wichtig seine persönlichen Ressourcen aufzubauen. Marcus Eckert führte zu diesem Zweck eine Übung mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops durch. Die erste Aufgabe war es, sich eine Emotion zu überlegen, die man mit etwas Positivem verbinden kann. Danach sollte diese Emotion einer Situation zugeordnet werden, um sie im nächsten Schritt in Gedanken nachzuerleben. Dazu gehören alle Sinneswahrnehmungen. Im letzten Schritt sollten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Symbol finden, dass stellvertretend für das Empfinden der Emotion und die entsprechende Situation steht. Nach immer wiederkehrender Wiederholung dieser Übung und somit auch durch das Training des präfrontalen Cortex ist es möglich das Symbol mitsamt seiner positiven Emotion in stressreichen Situationen zu aktivieren und so den Stress zu regulieren.

Eine weitere Übung zeigte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops, dass die Körperhaltung ebenfalls zum Stressempfinden beiträgt. Locker sitzend fiel es ihnen schwer, sich selbst in eine angespannte emotionale Lage zu versetzen. Im körperlich angespannten Zustand gelang dies jedoch um so leichter.

Als sehr wirkungsvoll beschrieb Herr Eckert die Übung "Eine Minute Achtsamkeit". Während der Übung sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Augen schließen und sich nur auf ihren Atem konzentrieren. Falls Gedanken oder Geräusche diese Konzentration unterbrachen, sollten diese als mentale Notiz beiseite geschoben werden. Durch Wiederholung und Verlängerung der Übung, so versicherte Eckert, könne man den Blutdruck und das Stresshormon Cortisol im Speichel senken. Diese Übung führte Herr Eckert bereits erfolgreich mit Schülerinnen und Schülern durch.

Ute Lindner von der Alexander - Coppel - Gesamtschule in Solingen hatte sich im Verlauf des Workshops bereit erklärt, ihren Stressanstieg infolge einer spontan gestellten Mathematikaufgabe messen zu lassen und  äußerte sich im Nachhinein  zum Workshop von Markus Eckert:

„Ich fand es hilfreich, praxisorientiert und gut anzuwenden. Ich kann mir vorstellen, es mit Schülern zu machen.

Ich finde es mehr als überfällig, dass es um Salutogenese geht, für Schülerinnen und Schüler wie auch für Angestellte und Beamte.

Lehrer werden gestärkt so was umzusetzen wie Entspannung und Entspannungszonen, es sogar im Stundenplan zu implementieren.“

Zum Abschluss des lehrreichen und praxisorientierten Workshops betonte Eckert noch einmal, dass Entspannung und entspannter Umgang mit Stress geübt werden muss und Zeit benötigt.

 

Sabrina Bangert und Ulrike Thöne

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