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Andrea Momma: Pädagogische und psychologische Diagnostik von besonderen Begabungen

Im Vortrag von Andrea Momma aus Hamburg, die sich im Team „dranbleiben und loslassen“ u.a. mit dem Coaching von Kindern, Jugendlichen und Eltern rund um das Thema Begabung fördern und fordern befasst, stand die pädagogische und psychologische Diagnostik von besonderen Begabungen im Mittelpunkt.

Besondere Begabungen würden erkennbar in der Interaktion von Potenzial, nicht-kognitiven Merkmalen, wie Neugier oder auch Anstrengungsbereitschaft, und der Umwelt. Nur wenn ein Kind seine Begabungen, Stärken und Schwächen kenne, könne es ein positives und realistisches Selbstkonzept entwickeln, so Andrea Momma. Dies geschehe durch Spiegelung und Rückmeldung der Umwelt. Die Schwierigkeit für Lehrkräfte bestehe darin, besonders begabte bzw. hochbegabte Kinder zu erkennen, da jene nicht immer durch besondere Leistungen auffielen. Prämisse dieses Erkenntnisprozesses sei Offenheit gegenüber den jeweiligen individuellen Besonderheiten, da jene Kinder keine homogene Gruppe bildeten. Im Grunde böte der Unterricht vielfältige Möglichkeiten zum Erkennen von Begabungen, da über lange Zeiträume und in verschiedenen Situationen Lernprozesse und ihre Ergebnisse beobachtet werden könnten. Jedoch gelte es, das Bewusstsein für Beobachtungsverzerrungen zu schärfen, um diese zu vermeiden, so gab Frau Momma zu bedenken. Eine praxisorientierte Möglichkeit sei es, an einem Tag den Beobachtungsfokus auf lediglich drei Schülerinnen und Schüler zu richten, vielleicht gar jene, die sonst eher nicht auffielen. Als Beobachtungsphasen eigneten sich vor allem freie Arbeitsphasen und komplexe offene Aufgabenstellungen, da sich hier besondere Begabungen am ehesten in den Lernprozessen erkennen ließen, stellte Andrea Momma heraus. Im Fazit ihres informativen und aufschlussreichen Vortrags forderte Frau Momma dazu auf, den Blick verstärkt auf die Persönlichkeiten der Schülerinnen und Schüler mit ihren Stärken, Schwächen, Interessen, Fähigkeiten und Eigenschaften zu richten, um besondere Begabungen zu erkennen. Hierbei gelte es, das Kind bzw. den Jugendlichen nicht auf eine besondere Eigenschaft wie etwa das kognitive Potenzial zu reduzieren, denn Begabte seien Kinder und Jugendliche wie andere auch, mit einem in individuellen Bereichen überdurchschnittlich ausgeprägtem Denkvermögen.

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