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Referenzschulprofil der Gemeinschaftsgrundschule Amshausen

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Begabungsförderung durch Individualisierung

 

Das individualisierte Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen mit der Möglichkeit nach einem Jahr in die dritte Jahrgangsstufe überzuwechseln, stellt ein große Chance besonders für begabte Kinder wie auch für entwicklungsverzögerte Kinder oder Kinder mit Lernschwierigkeiten dar.

Die Begleitung der künftigen Erstklässler erfolgt bereits in der Kindergartenzeit. Bei der Schulanmeldung im Herbst erhalten die Eltern einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung des Entwicklungsstandes des eigenen Kindes, den sie im Dezember zum Schulspieltag wieder mitbringen sollen. Grundsätzlich werden alle schulpflichtigen Kinder aufgenommen, um so eine frühzeitige Selektion und Stigmatisierung zu verhindern. Auch die vorzeitige Einschulung wird erleichtert, da die Kinder bei Bedarf bis zu drei Jahre in der Eingangsstufe verbleiben können. Die erste Diagnostik und der Kontakt zur Kita erfolgt lange vor der Einschulung, um eine bruchlose Bildungsbiographie zu gewährleisten.

Entwicklungsdefizite oder besondere Begabungen werden dokumentiert und als Grundlage für ein zeitnahes Elternberatungsgespräch genutzt. In diesem Gespräch sollen den Eltern anhand einer schriftlichen Lern- und Förderempfehlung (für Eltern und Kindergarten) Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden, so dass in dem halben Jahr vor der Einschulung noch Forder-/Fördermaßnahmen greifen können. Kinder erhalten bei Bedarf eine sogenannte „Lerntüte” mit spielerischen Materialien zu unterschiedlichen Forder- und Förderschwerpunkten.

Spätestens zu den Herbstferien startet die durchgängige Individualisierung durch Lernangebote auf unterschiedlichem Niveau (flächenübergreifend und projektorientiert). Die verschiedenen persönlichen Neigungen und Fähigkeiten der Kinder fordern in fast allen Bereichen des Unterrichts Maßnahmen innerer Differenzierung und Individualisierung. Kinder nehmen das Lernen selbst in die Hand. Ein Überspringen (Akzeleration) wird für schneller Lernende völlig unproblematisch, da diese Kinder schon lange nicht mehr mit den „Erstklässlern” lernen und fest eingebunden in ihre gewohnte Lerngruppe in Klasse 3 wechseln können.

Lernangebote für begabte Kinder werden qualitativ angereichert oder es gibt besondere Angebote (Enrichment) oder das Lerntempo wird beschleunigt (Akzeleration). Besonders begabte Kinder können innerhalb des Unterrichts „Expertenaufgaben” wählen, die sie je nach Vermögen ausarbeiten können. Experten-Arbeitsgemeinschaften im Drehtürmodell dienen dazu, begabte Kinder besonders zu fördern und herauszufordern (Rechtswissenschaften / Geschichte / Japanisch / Philosophie oder Naturwissenschaften für Kinder u.ä.).

Neben unserem besonderen Lesekonzept bieten wir Musikklassen in Kooperation mit der Kreisjugendmusikschule und Kurse im „Zehnfingerschreiben” durch Ehrenamtliche und ... noch vieles mehr.

Auch unsere Abgänger begleiten wir im Übergang besonders. Zwei GrundschullehrerInnen nehmen im Anschluss an Klasse 4 im folgenden ersten Halbjahr an den beiden benachbarten weiterführenden Schulen mit zwei Wochenstunden am Klassenunterricht teil, bleiben konstant im Kontakt mit Kindern und neuen Lehrkräften und nehmen selbstverständlich an den Erprobungsstufenkonferenzen an der neuen Schule teil. Im zweiten Halbjahr kommt im Gegenzug sowohl von der Realschule Steinhagen als auch vom Steinhagener Gymnasium je eine Lehrkraft an die GS Amshausen, um mit je zwei Wochenstunden am Unterricht der Viertklässler teilzunehmen. Auf diese Weise lernen die KollegInnen nicht nur die Kinder schon Monate vor dem Schulwechsel kennen, sondern erwerben auch mehr Kenntnisse über das jeweils andere Schulsystem.

 

Übergänge gestalten: Kinder werden mit unterschiedlichsten Voraussetzungen eingeschult, mit unterschiedlichen Begabungen un untschiedlichen Lernbedürfnissen. Die Grundschule Amshausen nimmt durch frühzeitiges Screening und umfangreiche Diagnostik die begabteren Kinder genauso in den Blick wie die Kinder mit fehlender Schulfähigkeit. Wir nehmen die Verschiedenheit der Kinder bewusst wahr und sehen dies als Chance und Verpflichtung, Lernprozesse zu individualisieren.

Das individualisierte Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen - mit der Möglichkeit nach einem Jahr bei drei Jahren in die dritte Jahrgangsstufe überzuwechseln -, stellt eine große Chance besonders für begabte Kinder wie auch für entwicklungsverzögerte Kinder oder Kinder mit Lernschwierigkeiten dar.

Individualisierung von Anfang an: Spätestens sechs Wochen nach der Einschulung startet die durchgängige Individualisierung durch Lernangebote auf unterschiedlichem Niveau (fächerübergreifend und projektorientiert). Die unterschiedlichen persönlichen Neigungen und Fähigkeiten der Kinder fordern in fast allen Bereichen des Unterrichtes Maßnahmen innerer Differenzierung un Individualisierung:

  • Wochenplan / Freie Arbeit (Differenzierung: Lerngegenstand / Lernzeit / Lernort / Lernpartner)
  • vielfältige Lernmaterialien
  • Freie Lese- und Schreibzeit
  • Lerntagebuch
  • eigenverantwortliche und kooperative Lernformen
  • Beobachtung - Begleitung - Beratung des Lernens / individuelle Hilfen / individuelle Rückmeldung
  • Tests mit unterschiedlichen Niveaustufen zu verschiedenen Zeiten / Beobachtungsbögen zur Lernentwicklung
  • Gemeinsame Planung des weiteren Lernens / Selbsteinschätzung / Selbstwirksamkeit
  • Dokumentation / Förderplan / Forderplan / Förderraum / Forscherwerkstatt (Expertenarbeiten)
  • Besondere Angebote (Enrichment zum Unterrichtsthema oder Angebote im Drehtürmodell ab Klasse 2; z.B. Philosophie oder Japanisch)

LehrerInnen organisieren den Rahmen, schaffen eine Lernumwelt mit bewusst ausgewählten Themen- und Materialangeboten und begleiten beratend das eigenständige Lernen der Kinder. Sie müssen die Kinder in ihrer Gesamtpersönlichkeit im Blick behalten und ihren Lernprozess fördern, um eine bestmögliche Förderung zu gewährleisten. Für diese schwierige Aufgabe steht den KollegInnen eine ganze Bandbreite von Analyse- und Beobachtungshilfen zur Verfügung. Der jeweilige Lernstand eines Kindes, Zeitpunkt und Ergebnisse von Lernzielkontrollen und Förderhinweise werden in einem Karteikartensystem festgehalten.

Die Differenz in der Lerngruppe soll bewusst wahrgenommen werden. Selbsttätigkeit und individuelles Lernen wird genau so wichtig wie gegenseitiges Helfen und solidarisches Miteinander.

Der Schulalltag ist rhythmisiert, der Klassenraum und das Material klar strukturiert, das Lernen individualisiert. Jedes Kind nimmt nach eigenem Vermögen und Lerntempo und nach Beratung mit der Lehrkraft Lernangebote wahr und dokumentiert das eigene Lernen im Wochenplan oder Lerntagebuch. Die Notwendigkeit und Problematik einheitlicher Leistungsvergleiche und die damit verbundene Stigmatisierung einzelner Kinder entfällt, das Aufrücken in eine weiterführende Gruppe in einzelnen oder allen Fächern wird zeitlich individuell gestaltet.

Die Verschiedenheit der Kinder ist Chance und Verpflichtung, Lernprozesse zu individualisieren, das heißt individuell zu begleiten, zu beraten und zu fördern, nach Lerngegenstand / Lernzeit / Lernort und Lernpartner zu differenzieren. Regeln, Rituale und bewährte eigenverantwortliche und kooperative Arbeitsformen helfen dabei, Lernbereiche aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit verschiedenen Kompetenzen zu beleuchten. Lern- und Erfahrungsunterschiede werden als „natürlich” empfunden. Jeder wird in seiner Persönlichkeit angenommen, darf sich entwickeln und wird eingeladen, so viel zu lernen, wie er kann.


Kontakt:
Annette Hellmann, Schulleitung
05204 - 8704511
hellmann[at]grundschule-amshausen.de
www.gs-amshausen.de


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