Logo Ministerium für Schule und Bildung Zukunftsschulen NRW - Netzwerk Lernkultur Individuelle Förderung

Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Beobachtungshilfen für Lehrkräfte und Eltern

Ist das Ziel das Erkennen von Begabungen verbunden mit Informationssuche für Begabungsförderung, dann ist es sinnvoll, Beobachtungsfelder in den Blick zu nehmen, die relevante Informationen anbieten können. Beobachtungsfelder ergeben sich aus Entwicklungszusammenhängen des Kindes (Persönlichkeits-, Sozialentwicklung, Lern- und Handlungskompetenz). Dabei geht es immer um die persönliche Stabilität und Belastbarkeit eines Kindes, um die Mündigkeit und Entscheidungsfähigkeit (eigenständiges Denken in sozialen Handlungszusammenhängen) und um Kompetenzerwerb (z. B. Fähigkeit zum (lebenslangen) Lernen).

Zu beobachten sind dann z. B. sogenannte Schlüsselqualifikationen auf:

  • intellektueller Ebene: Spontaneität, Flexibilität, Mobilität, Kreativität, Problemlösefähigkeit,
  • sozialer Ebene: Teamfähigkeit, d. h. mit anderen spielen und arbeiten können, Fähigkeit zur Rücksichtsnahme und zu Durchhaltevermögen, 
  • persönlicher Ebene; Frustationstoleranz und Aushalten von unterschiedlichen Wahrnehmungen, Meinungen und Handlungen des Umfeldes (= Mehrdeutigkeit von Wirklichkeit), emotionale Stabilität (z. B. Bewältigung von Stresssituationen), Kompetenzen (z. B. vorhandene Arbeits- und Lernstrategien).

Fragebögen dienen der direkten Befragung und geben Einschätzungen wieder (Selbst- und Fremdeinschätzung). Die Ergebnisse einer Auswertung sind Einschätzungen, mit deren Hilfe eine Denk- bzw. Zielrichtung aufgezeigt werden kann. Sie können z. B. Hinweise zur weiteren Gestaltung von Förderangeboten geben.

Für Checklisten gilt vor allem der Hinweis, dass die zusammengestellten Beobachtungshilfen nie im Hinblick auf „Abhakbarkeit" und Vollständigkeit verstanden werden können. Die Einschätzungen, die durch Checklisten gewonnen werden, dienen als Hinweise für Denkmöglichkeiten.

Grundsätzlich gilt für den Umgang mit Beobachtungshilfen und deren Auswertung (d. h. Einschätzungsergebnis) das folgende kriterienorientierte Verfahren:

  • genaues Beobachten und Beschreiben des beobachteten Verhaltens (ohne Wertung, ohne emotionale Kommentierung),
  • ein klar festgelegtes Beobachtungsfeld und ein daraus entnommener Aspekt, der während eines abgesprochenen bestimmten Zeitraumes in einer bestimmten Situation beobachtet wird, 
  • Zusammentragen und Austausch über beobachtete Einschätzungen (z. B. Mehrfachbeobachtungen aller beteiligten Lehrer/innen zu einem abgesprochenen Beobachtungsaspekt in einem festgelegten Zeitraum), 
  • Herausfiltern eines Einschätzungsergebnisses als Tendenz für die Weiterarbeit.

© 2017 Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen